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No risk, no Yan

Posted by on August 3, 2015

Die letzte Personalie ist da, Marcel Goc Yan Stastny hat in Schwenningen einen Try-Out Vertrag bis Ende August unterschrieben und ist damit ein Kandidat für die Position des Nummer 1 Centers. Und es wird heiß diskutiert – deshalb auch mein ausführlicher Beitrag zu diesem Thema.

Stastny – ein großer Name im Eishockey und ein Spieler der die DEL schon mal gerockt hat, vor gut 10 Jahren aber als er frisch von der Uni nach Nürnberg kam. Danach zog es ihn wieder nach Nordamerika wo er trotz insgesamt 91 Einsätzen in der NHL nie richtig Fuß fassen konnte und die meiste Zeit in der AHL spielte. Dort 239 Spiele, 0,62 Punkte pro Spiel. (Vergleich Matsumoto: 486 Spiele, 0,67 Punkte). Anfang des Jahrzehnts zog es ihn dann über Russland wieder in die DEL, zurück in Nürnberg ging die Leistungskurve nach unten und die Krankenakte füllte sich. Knorpelschaden, Knieprobleme – im letzten Jahr 23 Spiele mit erschreckend schwacher Punktausbeute in der zweiten schwedischen Liga. Und das soll unser Heilsbringer sein?

Ich muss sagen, damit tue ich mich verdammt schwer. Bisher waren die Verpflichtungen von de Raaf und Rumrich solide, durchdacht und einem Konzept folgend. Klar mit Risiken und Fragezeichen, aber das ist auch das Los des Underdogs. Doch Stastny, das wirkt jetzt wie Harakiri mit Anlauf. Und die Bauchschmerzen müssen auch bei den Verantwortlichen ausgeprägt sein, denn sonst hätte man ihm kein so kurzes Try-Out angeboten.

Es ist fast schon offensichtlich, dass Stastny nicht die Wunschlösung auf der Position ist, man gleichzeitig aber versprochen hatte zum Trainingsanfang die Mannschaft komplett zu haben. Präsentiert man also jetzt einen „Platzhalter“ und erkauft sich Zeit oder hofft man tatsächlich, dass Stastny im zarten Alter von knapp 33 Jahren trotz kaputtem Knie noch einmal den dritten Frühling erlebt? Würde man letzteres hoffen, dann wäre das für mich ein Zeichen arger Verzweifelung.

Rechnet man dagegen sowieso nicht langfristig mit ihm, dann ist das für das Teamgefüge eine Katastrophe. Ein Nummer 1 Center sollte nicht nur in der Scorerliste vorangehen, sondern auch innerhalb der Mannschaft eine Führungsrolle einnehmen. Und unsere Mannschaft hat noch keine Hierarchie, unsere Mannschaft muss sich finden und das wird bei den vielen Nationalitäten nicht einfach. Ein Center „auf Abruf“ wird es schwer haben zum Leader zu werden und jemand der dann erst am Ende der Vorbereitung zu einer zart gewachsenen Mannschaft hinzustößt, kann auch viel wieder kaputt machen.

Sollte das Knie halten? Überzeugt er in der Vorbreitung? – Ja das würden dann auch andere Clubs sehen. Und Try-Out heißt unter Umständen auch, dass Stastny nach dem einen Monat eben auch sagen kann „Nöö, geht nicht“ und lieber woanders nochmal unterschreibt.

Wie man es dreht und wendet, aus meiner Sicht beinhaltet der Transfer viel mehr Risiken als Chancen und ich kann ihn nicht nachvollziehen. Und da ich mir die ganz billige Polemik der Art „de Raaf hat die guten geholt, dies ist jetzt eben ein Rumrich-Transfer“ nicht zu Eigen machen werde, bleibt für mich nur die Erkenntnis, dass das ein wieder ein ganz hartes Jahr wird. Stastny ist nicht der Transfer, der mir zwei Tage vor Trainingsbeginn den nötigen Euphorie-Push gegeben hat.

Aber vielleicht werden wir in diesem Jahr auch positiv überrascht….. allein mir fehlt der Glaube.

 

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