Falsche Prioritäten?

Es ist inzwischen leider eine – überhaupt nicht lieb zu gewinnende – Tradition in Schwenningen, dass gefühlt nach allen Niederlagen und auch nach der Hälfte der Siege über die Schiedsrichter gemotzt und gemeckert wird. Leider bisweilen auf einem einfach nur unanständigen Niveau. Exkurs zum gestrigen Spiel:

Natürlich war die erste Strafe gegen Danner sehr soft, dennoch vertretbar, aber die glasklaren fünf Schwenninger Feldspieler in der darauffolgenden Unterzahl werden dann unterschlagen, weil es nicht ins Bild der die Schwenninger stets benachteiligenden – bitte setzen sie hier ein ihrem Niveau angepasstes Schimpfwort ein – Zebras passt. Klar hätte man aus den Birken für das Verschieben des Tores im ersten Drittel sanktionieren können, komischerweise fordert keiner dies gegen Strahlmeier, als ihm im zweiten Drittel dasselbe passiert. Und dass das Tor im Schlussdrittel nochmal an derselben Stelle aus der Verankerung reißt, als Seidenberg und Fleury im Zweikampf dagegen stoßen, lässt es nicht ganz abwegig erscheinen, dass die Eisqualität dort nicht die Beste war.

Zurück zu den Prioritäten: Warum muss diese Aufregung sein? Mit einer gewissen Portion Fatalismus oder wahlweise Realismus sollte man erkennen, dass sich dadurch nichts ändert. Wir werden keine anderen Schiedsrichter kriegen und es ist verschwendete Energie. Sieht übrigens auch Cortina so, der sich zwar während des Spiels echauffiert – was ich für völlig legitim halte – aber fast nie auf der PK danach noch über den Spielleiter herzieht. Bringt nix. Ich würde und ich habe gestern auf andere Sachen geschaut: Der vielleicht beste, aber zumindest erfolgreichste, Trainer der DEL-Geschichte verlässt unser Eis und muss kräftig durchpusten, ist auf der PK stolz auf seine Mannschaft, die ein „Top Five – Team“ der Liga geschlagen hat. Wann haben wir in Schwenningen zuletzt solche Komplimente erhalten? Das geht runter wie Öl, das ist echte Wertschätzung und man muss unsere Mannschaft absolut dafür loben, dass sie den Top-Teams der Liga alles abverlangt. Keiner kann in Schwenningen in diesem Jahr mehr mit Halbgas gewinnen. Darauf können und sollten wir stolz sein. Ich bin gestern zufrieden aus dem Stadion, ich hab ein temporeiches und intensives Eishockeyspiel gesehen, bei dem mein Team alle über viele Jahre herbeigesehnten Tugenden gezeigt hat und durchaus mit Chancen war gegen den amtierenden deutschen Meister mit mehrfachem Etat einen oder mehrere Punkte zu holen. Und das verdient. Ohne Glück.

Und es ist mein Plädoyer sich darüber zu freuen und nicht die Energie, die wir noch brauchen, auf unnötige, sinnlose und in vielen Fällen falsche Schiedsrichterschelte zu verwenden. Zumal der Weg zum Jammern nach Niederlagen kurz ist. Nochmal ein Exkurs zum Spiel: Was ist in den letzten Wochen passiert? Es geht auf die Play-Offs zu und damit nimmt auch die Intensivität zu. Die anderen Teams haben gemerkt, dass sie den Wild Wings mit Härte beikommen können. Das schmeckt unserer eher kleinen und technisch veranlagten Truppe nicht so recht und bei einigen Fans – wer kann es ihnen verdenken – ist „Play-Off Härte Level DEL“ ebenfalls unbekannt. München hat gestern natürlich am Rande der Legalität gespielt, aber das tun Top-Teams so und die allermeisten Zweikämpfe an der Bande waren völlig im Rahmen. Wenn die Münchener Verteidiger im Schnitt einen Kopf größer und 10 Kilo schwerer als unsere Stürmer sind, dann ist nicht jeder Zweikampf bei dem ein Schwenninger Spieler zu Boden geht automatisch ein Foul. Kein Grund zum „Heeeeeeeeey“ – Schreien. Und Nickligkeiten und Provokationen gehören zu diesem Sport ebenfalls dazu, da muss man entweder cool bleiben oder sich wehren. Spiele in den Play-Offs werden mehr als in der regulären Saison über Körperspiel und Zweikämpfe gewonnen.

Worauf wir stolz sein können: Dass München dieses Niveau gegen uns auspacken muss. Das können wir mitnehmen, da sollten unsere Prioritäten liegen. Wir haben die beste Mannschaft seit Menschengedenken auf dem Eis stehen und keiner weiß, ob so ein Jahr so schnell wiederkommt und anstatt das anständig zu feiern und zu würdigen, reiben wir uns in fruchtlosen Schiedsrichterdiskussionen auf. Sehr schade.

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Crunch Time

Die Wild Wings spielen bisher eine wunderbare Saison, doch ab Freitag geht es um die Wurst. Oder wie man im Sport so sagt: Es ist Crunch Time. Denn blicken wir mal auf die Tabelle, dann haben sich oben 3 1/2 Mannschaften deutlich abgesetzt. Doch von Platz 5 – wo sich unsere Wild Wings gerade befinden – bis zur roten Laterne sind es nur 13 Punkte. Da haben alle Teams noch alle Chancen, das ist so ein enges Höschen, da kann jeder noch die Play-Offs erreichen und jeder auch noch rausfliegen.

Deshalb sind die nächsten Spiele so wichtig. Binnen sechs Tagen spielt man gegen drei direkte Konkurrenten um die Play-Offs, da sollte man doch zwei Spiele von gewinnen. Denn wenn wir alle ehrlich zu uns selbst sind: Auch wenn die Saison hervorragend ist, wenn wir am Ende doch nur auf Platz 11 einlaufen, dann wären wir alle enttäuscht. Und der Mannschaft geht es genauso. Da reißt Du Dir Woche für Woche extrem den Arsch auf und belohnst Dich am Ende nicht mit dem Einzug in die Play-Offs. Nein, das will keiner. Platz 11 oder schlechter wäre nach dem Saisonverlauf eine Enttäuschung.

Wir haben den großen Vorteil, dass wir nicht wie in all den vergangenen Jahren mit Rückstand in die letzte Saisonphase gehen, sondern einen Vorsprung haben, den wir nur verteidigen müssen, von dem wir zehren können. Das ist eine völlig neue Situation und dafür hat die Mannschaft seit September gekämpft und dieses Polster hat sie sich verdient.

Das hat aber viel Kraft gekostet, der Verschleiß ist bei einigen Spielern klar sichtbar, die Verletzungen tun ihr übriges dazu. Deshalb muss man jetzt auf die Zähne beißen und jetzt sind auch die Fans gefragt. Die Mannschaft hatte kaum Kredit und hat sich davon umso mehr erarbeitet. Jetzt müssen wir es zurückgeben und sie in der schwierigen Phase lautstark über die Ziellinie schieben. Auch wenn man gegen Straubing nicht mehr die nötige Kraft aufbringt, auch wenn man in Berlin mal eine Klatsche kassiert – es ist Zeit gemeinsam an unserem Traum zu arbeiten.

Packen wir es an – stimmungsvoll und vor vollem Haus gegen die DEG.

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Frohe Weihnachten

Frohe Weihnachten an alle meine Leser – gibt es für Schwenninger Fans ein schöneres Weihnachten als dieses Jahr? Platz 5 und frisch von einem Derbysieg aus Mannheim gekommen, eigentlich können wir die Saison jetzt auch beenden. Mehr geht nicht.

Doch, es geht mehr. Denn dieses Team wirst Du in einigen Jahren im Duden als Paradebeispiel für „Team – Gemeinsam mehr als die Summe der einzelnen Teile“ wiederfinden. Viele Spieler sind nur mit durchschnittlichen Zahlen nach Schwenningen gekommen, wenige haben auch wirklich überragende, spielentscheidende Fähigkeiten. Doch gemeinsam funktionieren sie. Funktionieren durch eiserne taktische und persönliche Disziplin – wir sind so fair, eine Reise nach Oslo am 10. Dezember 2018 können wir fest einplanen – bei der jeder seine persönlichen Fähigkeiten bis zur Selbstaufgabe einbringt.

Gut, manchmal fehlt etwas die Härte, aber das gestrige Spiel der Adler hat gezeigt, dass man sich mit Härte auch selber aufreiben kann. Wir spielen unseren Stiefel runter, fast schon langweilig geordnet. Müssen um jedes Tor und jede Chance hart kämpfen, aber lassen den Gegner auch genauso für jedes Gegentor noch härter kämpfen.

Platz 5 ist kein Glück, keine Phase – nach 2/3 der Saison stehen wir zurecht da, wo wir stehen. Und auch wenn die Saison noch lang ist und der Verschleiß durch die Verletzungen zunehmend sichtbar wird – diese Mannschaft verkörpert Schwenninger Tugenden und selbst wenn sie noch bis auf Platz 10 durchgereicht wird – dieses Jahr bisher, die vielen tollen Momente, die grandiosen Auswärtssiege bei all den großen Teams – die kann uns keiner mehr nehmen.

Und dafür gehört den Verantwortlichen ein großer Dank. Allen. Ich weiß nicht, wer welchen Anteil an der Mannschaft hat, ich weiß nicht, wer in Poukkula dieses Potential gesehen hat, ich weiß nicht wie die Rollenverteilung intern ist – ich habe immer gesagt, die sportliche Leitung muss sich im Gesamten rechtfertigen. Und jetzt muss sie sich auch im Gesamten loben lassen: Rumrich, Cortina und Väkkiparta haben ein Team aufs Eis gestellt und geformt, das gute Chance hat, sich dauerhaft einen Platz in der Schwenninger Eishockey Hall-of-Fame zu sichern. Ich hab das im Vorfeld mit dem Kader so nicht gesehen, umso schöner wenn man positiv in dieser Art und Weise überrascht wird. Und ein Lob auch an die finanziell Verantwortlichen, die mit der Nachverpflichtung von Damien Fleury es ermöglicht haben, den vielleicht größten Fehler im Kaderbau noch rechtzeitig zu korrigieren.

Mit all diesen positiven Gedanken sollten wir jetzt alle ein schönes Weihnachtsfest feiern. Es könnte schlimmer sein…. *vorsichtig in Richtung Kurpfalz schiel*

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Plädoyer gegen die Hysterie

Sportlich voll im Soll, die Play-Offs fest im Blick – der Schwenninger Fan könnte sich eigentlich gemütlich zurücklehnen und sich des Lebens freuen. Doch leider scheint das nicht zu reichen. Denn wie auch in anderen Bereichen der Gesellschaft, wo aus jeder Mücke gerne ein Elefant gemacht wird, wo jedes noch so kleine Thema eine Bühne findet um hochgejazzt zu werden, gibt es auch im Eishockey Ereignisse, die beinahe hysterisch und übertrieben bearbeitet und besprochen werden.

Thema 1, hier in Schwenningen: Der Bremerhavener Bus wird besprüht. Klar, dass ist keine schöne Sache, der Verursacher – wenn er denn gefunden wird – sollte auch „die Ohren lang gezogen“ bekommen. Aber was man sonst so gelesen hat? „Steinigen und lebenslanges Stadionverbot“. Bitte? Geht’s auch ne Nummer kleiner? Ja, es gibt einen Sachschaden, aber der ist in überschaubarem Rahmen. Es wurde keiner verletzt, es wurde keiner gefährdet und wenn es abwaschbare Farbe wäre, dann könnte man darüber sogar schmunzeln. Man merkt es auch ligaweit, dort wurde von der Aktion Notiz genommen, kurz der Kopf geschüttelt und dann ist man zurück zur Tagungsordnung. Bremerhaven hat eine launige Meldung, Stichwort „Spätzle-Aboriginies“ geschrieben und mehr Aufmerksamkeit haben solche Aktionen, möglicherweise gerechtfertigt durch eine krude Ultra-Kultur, überhaupt nicht verdient. Nur in Schwenningen überbietet man sich mit den Forderungen nach Konsequenzen, schreibt weitschweifige Stellungnahmen und Entschuldigungen als hätten Schwenninger Fans einen Kindergarten überfallen. Ist das wirklich nötig und der Sache angemessen? Ich denke nein.

Thema 2, ligaweit. Die Adler aus Mannheim spielen Champions Hockey League, verlieren in Brynäs, scheiden aus, werden durch die Schiedsrichter – mit neutraler Brille – über das ganze Spiel benachteiligt und am Ende entlädt sich der aufgestaute Frust, besonders bei Thomas Larkin manifestiert er sich in einem üblen Blindside Hite gegen Daniel Paille. Ohne jede Diskussion, das war ein böses und gesundheitsgefährdendes Foul. Doch Worte wie „Amoklauf“, „Mordversuch“ und Forderungen nach lebenslanger Sperre sind auch hier völlig übertrieben. Man muss die Kirche im Dorf lassen, Fouls gehören zum Sport (leider) dazu und bei Vollkontaktsportarten, wie Eishockey eine ist, kann es bei harten Fouls auch zu ernsten Verletzungen kommen. Dies wird von den Spielern aber akzeptiert, das sind alles keine Unschuldslämmer und Hasenfüße.

Kleiner Exkurs, weil sich immer wieder beschwert wird, dass man nix über Verletzungen erfährt: Weiß ich, dass mein Gegenspieler z.B. eine Oberschenkelprellung rechts oder eine Bänderdehnung in der Schulter links hat, dann bearbeite ich die Stelle auf legale und illegale Weise, mit Körper, Stock und allem was ich habe. Jeder, der selber auf dem Eis stand, weiß, wieviele Möglichkeiten du dazu im Spiel hast, die ein Schiri gar nicht sehen kann. Das ist wie beim Boxen, da haue ich auch immer wieder auf den offenen Cut drauf. Fair? Bedingt. Zur Sportart zugehörig: Definitiv.

So, und das ist üblich und Verletzungen gehören zu dieser Sportart dazu. Es hat böse Fouls wie das Larkin-Foul schon immer gegeben (die Älteren werden sich in unserer Welt z.B. an Handrick-Martin erinnern) und es wird sie auch weiterhin geben. Und im Vergleich zu anderen Fouls aus der Vergangenheit ist diese Aktion jetzt auch nicht „outstanding“, sondern reiht sich in die Sammlung der „Dirty Hits“ ganz gut ein. Ob die Strafe mit nun 4 Spielen um 2 Spiele zu niedrig ausgefallen ist, darüber kann man streiten, aber in Relation zur Länge der CHL-Saison ist das eine harte Strafe, vergleichbar 20 Spiele in der NHL. Blicken wir kurz in die Vergangenheit:

Die Eishockey-Welt kennt eine gültige lebenslange Sperre (Ryspayev, KHL) und eine begnadigte lebenslange Sperre (Coutu, Boston, 1927). Und in vielen zigtausend Spielen seit 100 Jahren und mehr gibt es nur gut zwanzig dokumentierte Sperren für 20 oder mehr Spiele, darunter auch der hier bekannte Gordie Dwyer oder der in Deutschland hoch angesehene Tom Kühnhackl. Die meisten Strafen übrigens für Stockaktionen und/oder Attacken gegen Offizielle. Wenn die ganze Eishockey-Welt, die aus Spielern und ehemaligen Spielern besteht, wirklich der Meinung wäre, dass solche Aktionen so schlimm sind wie sie in den letzten Tagen vermeintlich gemacht wurde, müsste dann nicht ein Konsens herrschen, dass es viel mehr dieser hohen Strafen gibt?

Also auch hier – runterfahren und nicht den ganzen Hass auspacken, nur weil es sich um einen Mannheimer handelt. Als Alex Dück einst in den Play-Downs Frankfurts Superstar Pat Lebeau mit einem üblen Hit gleich im ersten Spiel aus der Serie genommen hat, da hat kein Hahn in Schwenningen danach gekräht. Waren die Zeiten anders? Ist es eine Generationenfrage, die heute ein anderes und „weicheres“ Eishockey sehen wollen?

Das Gegenargument zum ganzen Thema ist, dass so schnell die Hysterie beginnt, alles auch wieder vorbei ist. Wie bei einem guten Shitstorm. Doch macht es das besser?
Deshalb: Plädoyer gegen die Hysterie. Calm Down. Runterkommen und Sachen realistisch betrachten. Durchatmen => Nachdenken => Posten.

Oder welche Sau treiben wir nächste Woche lautstark durchs Dorf?

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Helle Aufregung am Feiertag

Eigentlich ein Tag der Ruhe und der Familie, entspannt und vergnügt – nicht in Schwenningen. Helle Aufregung – und das gleich mehrfach. Das Spiel dabei noch am harmlosesten. Wer viele gute Spiele macht, muss auch mal schlechte Spiele abliefern – das ist schon immer so gewesen und eine natürlich Schwankung. Eine nach vielen tollen Aufholjagden platte und dezimierte Mannschaft und clevere Bremerhavener. Man kann nicht jedes Mal mehrere Tore aufholen, hat eben heute nicht gereicht. Trotzdem ist man punktemäßig noch im Soll…

..und kann optimistisch nach vorne blicken, denn entgegen aller, teils derben, Aussagen der Verantwortlichen über die leere Kasse und die Unmöglichkeit eines zusätzlichen Ausländers wurden die vielen Wünsche der Fans erhört und der größte Fehler bei der Zusammenstellung der Mannschaft endlich korrigiert. Und nicht nur korrigiert, sondern sehr überzeugend korrigiert. Damien Fleury kehrt zurück nach Schwenningen, der französische Nationalspieler und mit 25 Treffern in einem DEL-Jahr sehr erfolgreiche Stürmer, den nach einem Jahr das große Geld nach Peking in die KHL lockte. Jetzt kehrt der Weltenbummler also zurück an den Neckarursprung. Natürlich sind Rückholaktionen oft gescheitert und man darf nicht zu hohe und verklärte Erwartungen an ihn haben – aber mich begeistert diese Verpflichtung, denn er ist nicht nur ein zusätzlicher Ausländer im Kader sondern bringt viel mehr mit:

Er ist der Torjäger, der uns im Sturm fehlt und hat bereits bewiesen, dass er mit Acton funktioniert.

Er ist giftig und aggressiv, passt gut in unser Spiel.

Er ist einer der bei uns so rar gesäten Rechtsschützen.

Er kennt das Umfeld, die Fans und Teile des Teams.

Er ist vielleicht das fehlende Puzzleteil um uns tatsächlich eine echte Chance auf die Play-Offs zu geben.

Mein großer Respekt an die Verantwortlichen, sowohl an die sportliche Leitung, dass der Kontakt nie abgebrochen wurde und man bei der sich überraschend gebotenen Chance zugegriffen hat und genauso auch an die wirtschaftliche Leitung, dass man trotz Etat-Unterdeckung und noch nicht zufriedenstellenden Zuschauerzahlen die Schatulle nochmal geöffnet hat. Chapeau!

Doch damit nicht genug, nein, es gab auch noch Gesprächsstoff neben dem Eis. Der Mannschaftsbus der Bremerhavener wurde in der Nacht vor dem Hotel mit einem übergroßen „Meedale“ – Schriftzug besprüht. Die Aktion ist scheiße, doch man erlaube mir zwei kleine Anmerkungen dazu:

  1. Die allgemeine Empörung, auch bei den Bremerhavenern und ligaweit ist übertrieben. Lebenslanges Stadionverbot, Beleidigungen, etc.. – das volle Programm an Forderungen und Entgleisungen. Es ist kein Mensch zu Schaden gekommen, es handelt sich „nur“ um Sachbeschädigung. Das gehört aufgeklärt, das gehört gebüsst und sowas ist Kindergarten und sinnloser Vandalismus. Aber: Es ist für mich auf einem ähnlichen Level wie das Anbringen von Aufklebern auf fremden Eigentum. Nur größer. Und diese Aufkleber findest Du von allen Clubs überall in den Stadien und in der Liga – diese Unsitte ist nicht nur ein Schwenninger Problem. Man darf und muss die Aktion kritisieren und verurteilen, aber man sollte sich noch Empörungspotential für denkbare Steigerungen bewahren.
  2. Es liegt nahe, dass die im Graffiti benannte Gruppe an der Entstehung beteiligt war, denn meistens wollen Ultras doch auch, dass man weiß welche Aktion jetzt von wem stammt. Aber man weiß es nicht. Eine Vorverurteilung oder Sippenhaft kann nicht die Lösung sein, die Unschuldsvermutung muss gelten. Solange keiner der Beteiligten redet oder es eine Überwachungskamera gibt wird die Aufklärung schwierig – was soll die Polizei da groß machen? Aber wer immer das auch war, der sollte am Unmut der Fanszene ganz klar merken, dass so etwas keiner sehen will und er (oder sie) keinerlei Unterstützung in der Schwenninger Fanschaft für solche Aktionen hat.

Insgesamt ein unnötiges Schmierentheater, das vom überwiegend positiven Saisonstart leider ablenkt und niemandem hilft.

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Wie funktioniert das?

Derby verloren – doch keiner richtig enttäuscht, allenthalben Lob über die Wild Wings. Ich habe da eine Frage. Wie funktioniert das?

Schaut man auf die Zahlen, dann ist unheimlich viel von dem eingetreten, was vor der Saison vorausgesagt wurde. Wir stehen defensiv gut, lassen uns nicht abschießen, kassieren mit die wenigsten Gegentreffer und sind auf der Habenseite aber auch beinahe das Schlusslicht der Liga. Auch die befürchtete Verletzungsanfälligkeit schlägt wieder zu und wirft man einen Blick auf die einzelnen Spieler, dann ist auch alles wie wahlweise befürchtet oder erwartet. Außer Will Acton drängt sich kein Ausländer als konstanter Scorer auf, ein Bartalis für einen Ausländer mit katastrophalen Werten. Ansonsten gibt es Licht und Schatten. Während ein Höfflin in der Top-Reihe wieder sein Scoring-Potential aus dem Straubing-Jahr wiederfindet, können Kurth und El-Sayed überhaupt nicht an die guten Jahren anknüpfen, auch Wörle, Danner und Maurer weisen nur bescheidene Werte auf. In der Abwehr erfüllt Mirko Sacher die Erwartungen beinahe über, während bei Bittner die Leistung meilenweit vom vor der Saison geäußerten Führungsanspruch abweicht. Timonen scort solide, Bender kann überhaupt noch nicht an die Vorjahre anknüpfen und von Sonnenburg und Bohac wird wie erwartet fast nichts an Punkte und Toren beigetragen. Hinten drin steht Strahlmeier erwartet sicher.

Insgesamt klingt das nicht besonders gut – aber dennoch, der Blick auf die Tabelle zeigt Platz 8. Man gewinnt gegen direkte Konkurrenten, verschafft sich sogar ein kleines Polster auf Platz 10. Wie funktioniert das?

Es soll mir nur recht sein, der Erfolg gibt der sportlichen Leitung derzeit recht und ich freue mich, wenn es so bleibt und das auch in Bälde durch merklich gestiegene Zuschauerzahlen honoriert wird. Doch ich würde es gerne verstehen. Ein paar Ansatzpunkte:

  • Cortina hat ein richtig gutes und homogenes Team geformt, durch die Breite im Kader auf den deutschen Positionen herrscht ein gesunder Konkurrenzkampf und einsatzmäßig ist jeder voll dabei. Denn außer Acton und Strahlmeier kann praktisch jeder ersetzt werden.
  • Mirko Sacher hat nicht nur Sascha Goc als Scorer ersetzt, sondern spielt auf dem Niveau eines Kontingentspielers und das dazu noch defensiv verdammt solide. Zweitbester Punktesammler der Verteidiger in der Liga und dazu mit +6 auch noch einen sehenswerten Plusminus – Wert. Kein blindes Voranstürmen, sondern ein kompletter Verteidiger. Für mich noch vor Strahlmeier ein Kandidat für Marco Sturm.
  • „Unsung hero“ – Für mich ist das Jussi Timonen, eine der besten Verpflichtungen die wir in den letzten Jahren getätigt haben. Ein unauffälliger, seriöser Verteidiger mit einem überragenden Plusminus – Wert (+9 ist fast Ligaspitze), einer sehr ordentlichen Punkteausbeute und NULL Strafminuten.
  • Zusammengefasst haben wir uns vor allem defensiv gesteigert. Wir waren schon im Vorjahr unangenehm zu spielen, jetzt können wir aber nicht nur zerstören, sondern sind unsere Verteidiger auch in der Lage aus der destruktiven Spielweise heraus konstruktiv das eigenen Spiel anzukurbeln und das zahlt sich spürbar in Punkten und Toren aus.
  • Und zu guter Letzt auch ein wenig Glück in engen Spielen. Moral ist das eine, aber die Scheibe muss auch reinwollen. Dieses Glück erarbeitet und verdient sich die Mannschaft gerade.

Genießen wir es und hoffen wir, dass es so bleibt.

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2771

So lautet die erschreckende Zahl des Wochenendes. Denn gerade einmal 2771 Zuschauer verirrten sich am Sonntag in die Helios-Arena gegen Straubing. Die üblichen Erklärungen waren schnell gefunden: Zu früh, ist erst September, unattraktiver Gegner, zweites Heimspiel am Wochenende, Wahlsonntag, schönes Wetter, usw.. Doch aus meiner Sicht sind das vor allem vorgeschobene Ausreden, weil man sich nicht eingestehen möchte, dass auch der Schwenninger Fan heutzutage in erster Linie Erfolg und Siege sehen will. Ja, die Mannschaft spielt attraktiver und dynamischer als im Vorjahr, aber das Vorjahr war am Ende für viele sehr frustrierend und genau vor einem Jahr standen wir nach dem sechsten Spieltag ebenfalls mit 9 Punkten in der Tabelle, der weitere Weg ist bekannt.

Viele Fans – und ja, ich nenne sie auch Fans und spreche ihnen das nicht ab – warten verständlicherweise erstmal ab, ob es sich tatsächlich um eine Trendwende oder nur um ein Strohfeuer handelt. Die Erkenntnis aus dem Saisonstart ist für mich: Wir können noch so leidenschaftliches Eishockey spielen, damit kriegst Du in Schwenningen die Halle nicht mehr voll. Punkt! Dazu ist das Angebot zu vielfältig in der Umgebung und die Preise auch zu hoch.

Wie also zum Erfolg kommen? Geht es mit dem Team, von dem die meisten Zuschauer überraschend positiv sprechen? Ich habe weiter meine Zweifel, denn von den ersten sechs Spielen hätten wir vom Chancenplus her fünf gewinnen können/müssen, haben aber die Tore nicht gemacht. Und haben ligaweit die zweitwenigsten Treffer erzielt. Wie schon vor Saison ist das Tore schießen unser Problem. Unangenehme, bissige Spielweise, schnelles Forechecking – alles keine Frage, das können wir. Aber am Ende zählt der erfolgreiche Abschluss und da hapert es weiter, da fehlen uns die Spieler, die auch konstant das nötige Scoring bringen. Beispiel: Mirco Höfflin. Brilliantes letztes Wochenende, dieses Wochenende nicht erfolgreich. Auch Danner, Wöhrle, Maurer, El-Sayed, etc.. haben und hatten gute Wochenenden, die sich mit schwächeren abwechseln. Einzig der unverwüstliche Will Acton erfüllt die Ansprüche, die man für nachhaltigen Erfolg braucht und scort quasi fast immer.

Wenn es irgendwie nur ansatzweise möglich ist, dann sollte man nachlegen und sich hinterfragen, ob ein Try-Out Franzose ohne Scorerpunkt, der nach eigener Aussage noch einige Wochen brauchen wird um überhaupt in der DEL mitzuhalten, wirklich eine sinnvolle Lösung ist. Dass man während der Saison so nachlegen kann, dass es langfristig hilft, das hat man mit der Personalie Will Acton bereits bewiesen. Dann sind die Chancen auf attraktive Spiele UND Erfolg deutlich größer und dann kommen auch die Zuschauer wieder.

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Wo stehen wir?

Die Vorbereitung ist rum, der Ernst der Punktspiele steht unmittelbar bevor. Zeit, auf die Vorbereitungsspiele zurückzublicken. Wo stehen wir? Was kann man erwarten?

Personalangelegenheiten

Da verlief die Vorbereitung leider nicht reibungslos, immer wieder gab es Verletzte oder es wurden Spieler als Vorsichtsmaßnahme geschont, kaum ein Spiel indem sich endgültige Reihen wirklich einspielen konnten. Das kann nur Pech sein, das kann aber auch ein Zeichen sein, dass wir einen verletzungsanfälligen Kader haben. Ich glaube, die Antwort lässt sich relativ schnell erkennen, denn die Zeit der Schonung ist vorbei und wenn wir im Oktober regelmäßig vier Mann im Spital haben, dann handelt es sich um ein strukturelles Problem. Größere Auswirkungen hatte der längere Ausfall von Marco Wölfl, dadurch bekam Dustin Strahlmeier gleich einen Vorgeschmack auf die Hauptrunde, denn auch dort wird er sehr viel und sehr häufig spielen müssen. Er hat seine Sache aber gut gemacht, ich habe überhaupt keine Bedenken Strahlmeier als Starter für die neue Saison zu nehmen.

Positiv überzeugt auf Feldspielerseite haben aus meiner Sicht Markus Poukkula, der gezeigt hat, dass er weiß wo das Tor steht und Mirko Sacher, dem der Sprung in die höhere Liga kaum zu schaffen macht. Auch Dominik Bittner, der mit einem nassforschen und gescheiterten Anspruch auf das Kapitänsamt für Aufsehen sorgte, versuchte die in der Presse angekündigte Führungsrolle auf dem Eis zu übernehmen und das Spiel mit viel Ruhe am Puck von hinten anzukurbeln. Dominik Bohac bringt zumindest mal die vorgesehen Härte mit ins Team. Negative Einzelkritik lassen wir mal noch weg, denn Vorbereitung ist Vorbereitung und manche Spieler sind erst dann richtig da, wenn es zählt. Dass da bei einigen noch Luft nach oben ist, ist offensichtlich.

Bleibt noch die Personalie Rech. Der mit Try-Out Vertrag ausgestattete Franzose fiel mir zu wenig auf. Er spielte nicht schlecht, deutete aber auch nicht an, dass er jemand ist, der den Unterschied macht. Im Grundsatz solide, aber ist das gut genug für uns? Und wen könnte man sonst kurzfristig kriegen? Aber die Frage stellt sich eh nicht, denn kommunikativ ruft die sportliche Leitung erst eine Frist bis zum Ende der Vorbereitung aus um dann nach zwei Spielen, in denen er aufgrund von Vaterfreuden gefehlt hat, über die Presse zu lancieren, dass er bleiben wird. Und auch wenn ihm jede Sekunde mit seinem Kind gönne, es wirkt alles wieder gemütlich in Schwenningen, es gibt keinen Druck, hier kriegt jeder Vertrag. Ein kurzer Satz: „Anthony Rech wollte trotz der Geburt seines Kindes unbedingt um den Vertrag kämpfen, doch für die Wild Wings gibt es mehr als Sport und sie haben ihn selbstverständlich freigestellt.“ wäre eine Win-Win-Win Situation für Spieler, Club und Fans gewesen – bis auf die Frau von ihm, wenn er tölpelhaft den Windeleimer umwirft, hätten alle davon profitiert. So bleibt ein ungutes Gefühl in der Bauchgegend, ob wir eine Ausländerposition mit ihm stark genug besetzt haben.

Spiele und Spielerisches

Die Ergebnisse sind ganz klar. Hüllen wir über den Auftakt gegen Thurgau den Mantel des Schweigens, dann hat man unterklassige Teams (Ravensburg, Freiburg, Innsbruck), teils klar, besiegt und gegen Spitzenteams wie Novgorod und Genf kein Land gesehen. Interessantestes Spiel aus meiner Sicht der Vergleich gegen den EHC Biel aus der NLA. Denn da es in der DEL keine Teams gibt, die unterklassig oder auf dem Papier schwächer sind, werden wir es immer mit Minimum gleichstarken und meist stärkeren Team zu tun haben. Insofern war die Partie gegen Biel eine Blaupause für das, was uns diese Saison erwarten kann. Eng und giftig am Mann, destruktiv überzeugend und vorne die wenigen Chancen eiskalt genutzt. So konnte man dann einen 3:0 Vorsprung in die Verlängerung retten und hätte zumindest einen Punkt geholt.

Ist das jetzt etwas auf das wir aufbauen können? Bedingt. Denn diese „Hinten gut stehen und vorne hilft der liebe Gott (Acton, nicht Roby)“ – Taktik hat uns zwar ein paar Siege beschert aber über die ganze Saison nicht den nötigen Erfolg gebracht. Leider gibt die Vorbereitung wenig Anlass zur Hoffnung, dass sich unser Sturm so verbessert hat, dass wir mehr als diese Taktik fahren können.

Positiv für mich ist, dass sich die Mannschaft sehr homogen gezeigt hat und man ihnen einsatzmäßig wenig vorwerfen kann. Die meisten Spieler spielen das was sie können, überzeugen im Rahmen ihrer Möglichkeiten. Das war auch im Vorjahr der Fall, aber reicht das? Reicht das auch für eine positive Stimmung am Neckarursprung?

Stimmung

Die ist gar nicht mal so schlecht wie man im Vorfeld befürchten musste. Ein gut besuchtes, top-organisiertes und feuchtfröhliches Vorbereitungsturnier in Kreuzlingen hat bei den Fans viel Anklang gefunden und schreit nach Wiederholung und auch 150 Fans im 5 Stunden entfernten Genf sind ein gutes Zeichen für die Schwenninger Eishockeybegeisterung. Dazu ein gelungenes Sommerfest. Insgesamt haben Mannschaft und sportliche Leitung durchaus Kredit bei den Fans, es wird auch realistisch konstatiert, dass Vorbereitung eben noch Vorbereitung ist. Aber genauso ist man auch Realist genug, dass viele zusammenpassen muss und die Mannschaft einige Fragezeichen aufweist. Die Chance ist aber da.

In Iserlohn punkten und dann das Federvieh schlagen und es kann sich etwas entwickeln. Genauso kann man in Iserlohn verlieren und gegen die Adler kein Land sehen und pünktlich zum Lebkuchenverkauf im Supermarkt brennt in Schwenningen Anfang September schon wieder der Baum.

Es wird eine Saison der Extreme, das sagt mir mein Bauchgefühl. Entweder überraschen wir und erreichen Platz 7 oder 8 oder wir liefern eine neue Definition für „abgeschlagen letzter“ und jagen Rumrich, Cortina und Co. noch in diesem Jahr geteert, gefedert und angefüllt mit kontaminiertem Trinkwasser über die Stadtgrenze in Richtung Villingen.

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Alles ist scheiße!

Liest man sich so durch die Foren und FB-Seiten rund um die Schwenninger Wild Wings, dann bleibt dem unbedarften Beobachter vor allem ein Eindruck hängen: „Alles ist scheiße.“ Der Manager inkompetent, der Trainer kümmert sich um nix, die Ausländer zu wenig und zu schwach, die Deutschen nur Masse statt Klasse, die Gehälter zu hoch, der Etat falsch verwendet, die Eintrittspreise zu hoch, die Trikots zu rot, das Wetter zu heiß, das Bier zu schlecht, der Spielplan ungünstig und so weiter und so fort. Egal was es rund um die Wild Wings zu lesen gibt oder veröffentlicht wird – es dauert nicht sehr lange und der negative Spin in den Kommentare ist nicht zu übersehen. Doch woran liegt das ? Ist wirklich „alles scheiße“?

Natürlich gibt es große Fragezeichen, z.B. im Bezug auf den Kader, die man nicht wegdiskutieren kann und darf, aber die tief verwurzelte negative Stimmung kann nicht nur daher rühren. Zum einen ist es im Internet natürlich leichter, schnell mal zu motzen und das Mantra „nicht gemotzt ist schon gelobt“ manifestiert sich dann eben darin, dass die schweigende Mehrheit Entscheidungen mehr oder weniger positiv aufnimmt, diese Stimmen aber nirgendwo präsent sind und man deshalb nur das Negative liest. Zum anderen spielt da auch eine in den vergangenen Jahren stetig gewachsene Frustration eine große Rolle, gepaart mit ein paar unglücklichen Aussagen durch den Manager. Da fällt es schwer das Positive zu sehen, da ist man quasi automatisch in einem skeptischen Modus. Ich nehme mich da gar nicht aus.

Doch mittelfristig kann das zum Problem werden. Denn das Schwenninger Eishockey hat immer auch von der Begeisterung der Fans gelebt, von einer Underdog-Haltung und von einer Einstellung „Wir haben zwar keine Chance, aber wenigstens gute Laune.“ Ein Funke, der von den Rängen auf das Eis überspringt und ein Band zwischen Fans und Team schmiedet. Das ist ein Stück weit verloren gegangen und die negative Mentalität steuert uns leider nicht in die Gegenrichtung. Anstatt sich zu freuen, dass mit Werner Wohnbau ein Sponsor sein Engagement deutlich ausbaut, wird über rote Trikots gemotzt, die wir in den 80er Jahren in Schwenningen schon mehrfach hatten. Statt sich über abgeschaffte print@home Gebühren und einen Rabatt im VVK zu freuen, wird über Abendkassenpreise gemotzt. Statt sich auf die Vorbereitungsspiele zu freuen, wird gemotzt, dass es zu wenig Heimspiele gibt. Statt sich über ein attraktives DK-Paket zu freuen, sucht man Ausreden warum man doch wieder keine kauft. In einer Woche geht es nach einem endlosen Sommer endlich wieder los und jeder wartet praktisch nur darauf, dass die – natürlich dilettantisch – zusammengestellte Mannschaft mit Pauken und Trompeten untergeht und versagt.

Wir sollten da etwas ändern, das Glas ist nicht immer halb leer, das Glas sollte halb voll sein. Und wenn es zu schlimm wird, dann ist das Glas im Stadion eben immer ganz voll. Hoffnung macht mir, dass die Stimmung in Schwenningen schnell kippen kann. Himmelhochjauchzendzutodebetrübt – das kennen wir ja. Insofern, ich freue mich auf das Eistraining, ich freue mich auf die ersten Spiele, ich freue mich auf das Team und ich wünsche mir, dass sie uns alle positiv überraschen.

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Etatgeplauder

Im letzten Beitrag habe ich die Transparenz – auch im Bezug auf die Etatoffenlegung – beim Fantalk gelobt, doch was Michael Werner da in bester „Peter Zwegat – Manier“ am Flipchart gezeigt hat, ist aus meiner Sicht trotz des guten Willens nicht ganz ungefährlich.

Alleine die Schlagzeilen in der Presse „Wild Wings starten mit Unterdeckung“ lassen ligaweit aufhorchen und das nicht gerade positiv. Ich erkennen die Ehrlichkeit ausdrücklich an und ich sehe das genannte Minus auch nicht als kritisch an, denn andere Clubs, die einem ausgeglichen Etatansatz haben, preisen bei den Einnahmen den Gesellschafterzuschuss gleich mit ein. Michael Werner hat den bewusst rausgelassen, um aufzuzeigen welchen Anteil am Etat die Gesellschafter noch immer haben. Hätte er eine schwarze Null präsentiert und die Zuschüsse durch die Gesellschafter stillschweigend bei den Sponsoringeinnahmen verbucht, dann hätte kein Hahn danach gekräht. So ist die negative Presse in der Welt.

Nächstes Problem ist, dass die Zahlen gleich herangenommen werden um Vergleiche mit anderen Clubs anzustellen, nach dem Motto „Wer hat mehr und wer gibt das sinnvoller aus?“. Doch dafür taugen die Zahlen leider gar nicht. Wir haben einen Personaletat aufgelistet bekommen, der schließt aber vom Trainer bis zum Stadionputzer alle Angestellten rund um das Team mit ein, dafür werden für die Spieler zusätzliche aufzuwendende Kosten wie Fahrzeuge, Mieten, Berufsgenossenschaft separat notiert. Hört man jetzt von einem anderen Club, der Spieleretat beträgt xxx Euro, ist das dann vergleichbar? Nein, denn man weiß nicht, ob da z.B. Mieten und Fahrzeug inkludiert sind oder nur das spielende Personal gemeint ist. Eine echte Vergleichbarkeit wäre nur bei gleich angelegten Bilanzen herzustellen (und selbst da könnte man Kosten woanders verstecken).

Aus diesen Gründen ist es nett eine ungefähre Hausnummer zu haben, konkrete Schlussfolgerungen hüte ich mich aber daraus zu ziehen. Viel wichtiger ist der Draghieske Satz „Der Schwenninger Eishockeystandort ist sicher.“ Die präzisen Zahlen sollte man vergessen.

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