Etatgeplauder

Im letzten Beitrag habe ich die Transparenz – auch im Bezug auf die Etatoffenlegung – beim Fantalk gelobt, doch was Michael Werner da in bester „Peter Zwegat – Manier“ am Flipchart gezeigt hat, ist aus meiner Sicht trotz des guten Willens nicht ganz ungefährlich.

Alleine die Schlagzeilen in der Presse „Wild Wings starten mit Unterdeckung“ lassen ligaweit aufhorchen und das nicht gerade positiv. Ich erkennen die Ehrlichkeit ausdrücklich an und ich sehe das genannte Minus auch nicht als kritisch an, denn andere Clubs, die einem ausgeglichen Etatansatz haben, preisen bei den Einnahmen den Gesellschafterzuschuss gleich mit ein. Michael Werner hat den bewusst rausgelassen, um aufzuzeigen welchen Anteil am Etat die Gesellschafter noch immer haben. Hätte er eine schwarze Null präsentiert und die Zuschüsse durch die Gesellschafter stillschweigend bei den Sponsoringeinnahmen verbucht, dann hätte kein Hahn danach gekräht. So ist die negative Presse in der Welt.

Nächstes Problem ist, dass die Zahlen gleich herangenommen werden um Vergleiche mit anderen Clubs anzustellen, nach dem Motto „Wer hat mehr und wer gibt das sinnvoller aus?“. Doch dafür taugen die Zahlen leider gar nicht. Wir haben einen Personaletat aufgelistet bekommen, der schließt aber vom Trainer bis zum Stadionputzer alle Angestellten rund um das Team mit ein, dafür werden für die Spieler zusätzliche aufzuwendende Kosten wie Fahrzeuge, Mieten, Berufsgenossenschaft separat notiert. Hört man jetzt von einem anderen Club, der Spieleretat beträgt xxx Euro, ist das dann vergleichbar? Nein, denn man weiß nicht, ob da z.B. Mieten und Fahrzeug inkludiert sind oder nur das spielende Personal gemeint ist. Eine echte Vergleichbarkeit wäre nur bei gleich angelegten Bilanzen herzustellen (und selbst da könnte man Kosten woanders verstecken).

Aus diesen Gründen ist es nett eine ungefähre Hausnummer zu haben, konkrete Schlussfolgerungen hüte ich mich aber daraus zu ziehen. Viel wichtiger ist der Draghieske Satz „Der Schwenninger Eishockeystandort ist sicher.“ Die präzisen Zahlen sollte man vergessen.

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Stimmungsaufheller

In der Saisonvorschau wurden von mir einige Fragen aufgeworfen, gestern fand im Eisbär dann noch einmal ein Fantalk statt, bei dem sich Jürgen Rumrich und Michael Werner dem wütenden Mob der holden Fanschar stellten. Dafür gebührt ihnen auf jeden Fall Respekt, denn mancher Kommentar und manche Anschuldigung, die man quer durch die Foren so lesen musste, war leider arg unter der Gürtellinie und wenig sachlich und zielführend. Leider muss man das in einer exponierten Position wohl aushalten können.

Positiv ist die Transparenz, Michael Werner hat in bester Peter-Zwegat-Manier am Flipchart den Etat dargestellt und dabei mehr oder weniger durchblicken lassen, dass jedes Jahr ein kräftiger Zuschuss der Gesellschafter notwendig ist und die von Herrn Burger mehrfach geforderten 5.000 Zuschauer langfristig beinahe eine Notwendigkeit sind. Eindrücklich dabei, wie hoch die Nebenkosten z.B. für Berufsgenossenschaft und Versicherungen sind. Im Bezug auf den Kader und Rumrich wurde klar kommuniziert, dass dieser mit Vorgaben und in einem engen Budget arbeiten muss, auf dem Flipchart mit 3,3 Millionen als Mannschaftsetat gekennzeichnet.

Kernaussage: Das Geld was da ist, ist verbraucht. Wir haben nicht mehr und der Etat ist auf Kante genäht. Offen bleibt natürlich dabei die Frage, ob das Geld optimal eingesetzt wurde, ob man die jetzigen Spieler auch für weniger Geld bekommen hätte. Dies ist aber reine Spekulation, ich nehme das jetzt einfach mal so hin.

Im Bezug auf den Kader und das Konzept wurde klar kommuniziert, dass man u.a. durch die Möglichkeit der Verpflichtung von Tobias Wörle von einem weiteren Ausländer Abstand genommen hat und mehr in die Tiefe des Kaders investiert hat. Das ist ein möglicher Weg, in der Tiefe sind wird wirklich anständig besetzt, aber mir ist das weiterhin zu viel Hoffen und Beten nötig, dass alle deutschen Spieler die nötigen Tore und Scorerpunkte beisteuern.

Man kann diesen Weg für richtig oder falsch halten, man muss ihn aber zuerst einmal akzeptieren, denn letztlich – und das wurde überdeutlich – sind es trotz aller Anstrengungen im Sponsorenbereich immer noch die Gesellschafter, die die Party bezahlen.

Am Ende stand die eindringliche Bitte von Rumrich und Werner, der Mannschaft eine Chance zu geben. Das werde ich auch tun und ich hoffe, dass es auch alle unzufriedenen Fans tun werden. Jeder dieser Spieler kann beweisen, dass er den Schwan mit Stolz und Würde auf der Brust trägt und angesichts der herrschenden Stimmung kann man nur positiv überrascht werden.

Der Fantalk hat nicht alle Fragen beantwortet, aber er war ein wichtiger Schritt um das Verhältnis vor der Saison zu verbessern.

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Auf halbem Wege…

So langsam wird es wieder Eishockey-Wetter und der schwarze Schwan meldet sich zurück. Ich habe bewusst keine Transfermeldung kommentiert, weil ich Rumrich und Cortina die Chance geben wollte, ein Team komplett zusammenzustellen bevor sie sich der notwendigen Bewertung ihrer Arbeit stellen müssen. Da die Kaderplanung jetzt abgeschlossen ist, kann man also loslegen.

Der Rückblick auf die letzte Saison deckt vor allem drei Schwachpunkte auf, die für das Verpassen der Pre-Play-Offs maßgeblich waren: Zu wenig Scoring, zu wenig Grit, zu wenig Tiefe. Mit dem Rest konnte man zufrieden sein, das Team spielte meistens das was es konnte, defensiv stand man ganz ordentlich und die jungen deutschen Spieler haben uns viel Freude gemacht.

Diese Klarheit in der Analyse ist eine wunderbare Vorlage für die Arbeit zur neuen Saison gewesen, schließlich waren die vermeintlichen Schwachstellen vermeintlich schnell auszumerzen. Der Beginn dieses Weges war auch ausgeprochen positiv: Mit MacDonald, Goc, Gysbers und Samson bekam man einige Großverdiener von der Payroll und schuf sich ein ordentliches Polster zum Manöverieren. Rumrich stellte sich auf einem Fantalk, man wolle den Fehler nicht machen und mit nur 8 Ausländern in die Saison gehen, zwischen den Zeilen konnte man sogar einen möglichen Start mit 10 Ausländern herauslesen (was nicht explizit gesagt wurde).

Weiterhin ging die sportliche Leitung auf Scouting-Tour, die Heim-WM natürlich, Cortina war in Finnland, Rumrich in Schweden und den USA. Auch wenn die Begründung für den Amerika-Trip für die erste hochgezogene Augenbraue der Sommerpause sorgte „…will die Stärke der Ligen dort einschätzen..“ wurde den Fans spätestens mit der Aussage, dass man zwei schwedische Spieler an der Angel hätte der Mund wässrig gemacht. Es kam dann ein Finne, dazu später mehr. Blicken wir zuerst auf die einzelnen Mannschafteile.

Im Tor kam der Abschied von MacDonald nicht überraschend und Strahlmeier hat sich den Posten als Starter redlich verdient. Natürlich hatte er seine schwachen Momente, doch in der Summe hat er gezeigt, dass man ihm viele Spiele in der DEL zutrauen kann. Als Backup wählte man die Billiglösung und holt Marco Wölfl fest ins Team. Der ist die DEL-Tauglichkeit bisher noch schuldig geblieben, aber insgesamt ist das ein Risiko was ein Kellerteam gehen kann, wenn nicht sogar muss. Bei einer langfristigen Verletzung von Strahlmeier muss man sowieso nachbessern und das gesparte Geld für einen teuren Backup kann man woanders zielführender einsetzen (in der Theorie).

Die Verteidigung wurde stark umgebaut. Mit Goc setzte man dem erfahrensten Spieler den Stuhl vor die Tür, ein Abschied für den Kapitän der aufgrund seiner Verdienste anders hätte ausfallen sollen. Sportlich, das hat das Ende der vorherigen Saison gezeigt, zu verkraften. Wie seine Auswirkung auf die Hierarchie und das Kabinenklima war, das kann man von außen nicht beurteilen. Simon Gysbers war zwar nie so schlecht, wie er oft gemacht wurde, aber dem Posten als Top-Verteidiger wurde er zu selten gerecht. Der Abgang ist logisch, genauso der Abgang von Hunkes, der zum einen viel verletzt war und zum anderen nur noch solide und unauffällig spielte. Da kam für einen Ausländer auch zu wenig. Bei Trivellato stockte die Entwicklung.

Sehr positiv ist die Verlängerung von Tim Bender, der einen weiteren Schritt gemacht hat. Brückner ist ein solider Rollenspieler, tut nicht weh und Kaijomaa wurde wohl um der Konstanz wegen gehalten. Überragend hat er auch nicht gespielt. Mit Bittner konnte man einen Nationalspieler aus Mannheim an den Neckarursprung lotsen, dem eine Führungsrolle zugedacht wird. Rückkehrer Mirko Sacher hat in der DEL2 eine positive Entwicklung genommen, die DEL sollte für ihn jetzt nicht mehr zu früh kommen. Sonnenburg und Bohac bringen Erfahrung, Grit und Härte mit, schön, dass man auch „Zweiflaggenspieler“ nicht mehr kategorisch ausschließt. Für Gysbers und Hunkes holte man nur einen neuen Ausländer, Jussi Timonen bringt über 500 Spiele aus der finnischen Liga als Referenz mit, auf den bin ich gespannt.

Insgesamt wirkt die Abwehr für mich homogener, der Erfolg steht und fällt damit ob Timonen als Leader die Erwartungen erfüllt, Bender und Bittner Führungsrollen übernehmen und Bittner und Sacher ihr Scoring deutlich ausbauen bzw. in die DEL übernehmen können. Dann könnte das funktionieren, sonst haben wir einen Hühnerhaufen. Lediglich etwas größer könnte die Abwehr sein, kein Spieler über 1,90m sorgt nicht gerade für Angst und Schrecken.

Der Sturm – auch der ist mir in der Summe zu „klein und schmächtig“ – wurde weniger verändert. Auf der deutschen Seite konnte man lediglich den bei den Fans beliebten Daniel Schmölz nicht halten, mit Höfflin und dem erfahrenen Wörle ist das auf dem Papier ein gleichwertiger Ersatz. Beide sind keine „Starspieler“, aber beide sind solide Stürmer, die uns mehr Tiefe im Kader geben. Mit den deutschen Stürmern waren wir im Vorjahr mehr oder weniger zufrieden.

Bei den Ausländern wurde früh klar, dass man mit Jerome Samson nicht verlängert, da stimmte das Preis-/Leistungsverhältnis nicht. Doch bevor man dafür Ersatz ankarrte, wurden erstmal jede Menge Verträge verlängert: Bartalis, Giliati, Hult, Poukkula. Jeder durfte bleiben, egal ob verletzungsanfällig oder leistungsmäßig nur bedingt tauglich. Dies sorgte für die nächste hochgezogene Augenbraue – denn beim Scoring der Ausländer haperte es und jetzt dürfen es alle nochmal versuchen. Hier hätte ich mit zwei der vier geplant und auf den anderen Positionen frisches Blut geholt. Doch tief durchatmen – im Kader sind/waren noch drei Planstellen im Sturm frei.

Zwei sind es immer noch, denn es wurde nur noch Anthony Rech mit Try-Out präsentiert. Kein Schwede, kein in Nordamerika gescouteter, sondern ein junger, unbekannter Franzose. Risikotransfer, aber gar nicht so schlecht. Natürlich ist die französische Liga schlechter als die DEL, aber er hat dort den besten Punkteschnitt aller Spieler und war bei der WM auf einem Level mit dem wohlbekannte Fleury. Das kann funktionieren – aber wenn nicht, dann fehlt uns im Sturm gewaltiges Potenzial. Außer dem unverwüstlichen Will Acton hat dort jeder Spieler ein großes Fragezeichen über dem Kopf.

In der Summe ist der Sturm für mich zu dünn besetzt, (im Verhältnis) zu viele Arbeiter und zu wenig Scoring. Acton, Giliati, Hult mag funktionieren, wenn alle fit sind, aber beim Secondary Scoring wird es düster. Die deutschen Spieler alle solide, aber der Unterschied zwischen einem guten und einem sehr guten Spieler ist die Möglichkeit, die Top-Leistung jede Woche abzurufen. Das traue ich dort kaum einem zu. Zudem der Sturm für mich zu „technisch“ und zu wenig „körperlich“ für den Kampf im Tabellenkeller und so Fakten wie die Tatsache, dass wir nur einen einzigen rechtsschießenden Stürmer im Kader haben, sorgen zumindest für eine weitere hochgezogene Augenbraue.

Doch sah das trotz einiger diskussionwürdiger Verlängerungen bis zur „Kader iss fertisch“ – Aussage gut aus, ein Konzept, ein Ausmerzen von Schwachstellen, wenn – ja wenn – noch mindestens ein weiterer ausländischer Top-Stürmer gekommen wäre. Besser zwei. Doch bei 80% des Weges ist man stehen geblieben, die Versprechungen über Schweden und 10 ALs stellten sich als leere Versprechungen heraus und verständlicherweise ist der Unmut in Fankreisen ziemlich groß. Viele fühlen sich schlicht und einfach verarscht.

Mir geht es ähnlich, mir geht das große Fragezeichen nicht aus dem Kopf warum man den Weg nicht vollendet hat. Mit dem jetzigen Team plus zwei AL würde ich einen Kampf um Platz 10 für absolut realistisch halten. Doch warum tun wir das nicht? Warum?

Großverdiener weggeschickt und auf dem Papier keine neuen Stars geholt. Haben wir – wie manche Stimmen behaupten – bei Höfflin und Bittner „Mondpreise“ bezahlt und bei den Vertragsverlängerungen für Poukkula, Bartalis und Giliati noch ordentlich draufgelegt? Das wäre Irrsinn, denn keiner dieser Spieler macht den Unterschied. Ist uns deshalb das Geld ausgegangen oder hat die Sponsoren-Finanzamt-Steuer-Geschichte doch einen Loch ins Etat gerissen? Dazu passt aber nicht die Aussage, dass der Etat leicht erhöht worden ist. Und warum verkündet Rumrich noch vor kurzem, dass noch ein Spieler kommen soll? Oder ist das tatsächlich das Konzept, mit viel Eiszeit für die deutschen Spieler darauf zu hoffen, dass die alle gleichzeitig ihre Karrieresaison spielen, konstant und nicht nur in einzelnen Spielen glänzen und ein Höfflin z.B. statt wie im Vorjahr 0 auf einmal 20-30 Tore schießt, wenn er nur genug spielt?

Das wäre Harakiri mit Anlauf, denn wenn Spieler über ihre Verhältnisse spielen (wie z.B. Danner vor zwei Jahren oder El-Sayed im Vorjahr), dann gibt es genauso Spieler, die unter ihrem Level spielen. Das ist, war und wird schon immer so sein. Warum sollte es genau in diesem Jahr in Schwenningen anders sein? Hoffen Rumrich und Cortina wirklich, dass alle über sich hinauswachsen und die ganzen verletzungsanfälligen Spieler in diesem Jahr verschont werden?

Auf alle diese Fragen ist die sportliche Leitung den treuen Fans und Dauerkartenkunden eine Antwort schuldig. Und wenn die nicht zufriedenstellend ausfällt, dann erleben wir leider, leider einen sehr vergifteten Start in die Saison. Und davon hat keiner was.

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Causa Bremerhaven – Vorbild oder nicht

Während in Schwenningen schon die Golfschläger geputzt werden, atmet man ganz oben an der Nordsee noch die würzige Play-Off Luft. Der „Aufsteiger“ aus Bremerhaven hat nicht nur die Pre-Play-Offs erreicht, sondern dort auch souverän gegen Ingolstadt gewonnen und darf sich gleich im ersten Jahr auf „echte“ Play-offs gegen den EHC München freuen. Wir gratulieren, aber gleichzeitig macht sich in Schwenningen ein bisweilen sehr neidvoller Blick auf Bremerhaven breit, verbunden mit der Forderung doch das Konzept der Pinguins zu kopieren. Eine sinnvolle Sache?

Ich glaube nicht, denn der Erfolg der Bremerhavener ist einigen glücklichen Umständen zu Verdanken, einer der sich gebotenen Chance, die Bremerhaven beim Schopf gepackt hat. Platz 10 ging so billig weg wie nie, die anderen Teams (inkl. Schwenningen) balgten sich lieber um Platz 11 als die Chancen zu nutzen und Bremerhaven startete mit viel Euphorie, erspielte sich einen Lauf, konnte sich am Anfang oben festsetzen und dann mit einem gut funktionierenden und eingespielten Team diesen Platz bis zum Ende halten. Natürlich ist es bitter, wenn man selber seit Jahren mit viel Hoffnung in eine Saison startet und dann sehen muss, wie es einem anderen  Aufsteiger gleich im ersten Jahr gelingt. Andererseits ist dieser Unmut gar nicht notwendig, wir müssen auf uns selber schauen und es besser machen. Zudem kann man auf keinen Fall davon sprechen, dass Bremerhaven souverän die Play-Offs erreicht hat, am Ende war es ein Punkt vor Düsseldorf und wir waren auch nur sechs Punkte weg. Ein knappes Spiel gewonnen, Bremerhaven ein knappes Spiel verloren und wir wären punktgleich gewesen. Über eine lange Saison ist das beinahe Augenhöhe.

Für Bremerhaven ist das toll und ich wünsche Ihnen alles Gute in den Play-Offs, dort oben wird auch schon seit vielen Jahren im Management solide, ruhige und seriöse Arbeit abgeliefert – aber um sich dauerhaft in diesen Regionen zu etablieren, muss man dies über mehr als ein Jahr schaffen. Man sieht an Iserlohn, wie schnell ein Absturz aus den Play-Off Rängen erfolgen kann – ich bin sehr gespannt, ob Bremerhaven das im nächsten Jahr bestätigen kann. Und für uns sollte unser Weg das Ziel sein. Evaluieren, Adaptieren, Verbessern – aber jetzt nicht kopflos einem anderen Club nacheifern, der am Ende der Saison in der Tabelle nur im Bereich des statistischen Zufalls vor uns liegt.

Ein immer wieder eingeworfenes Argument für größere Erfolgschancen ist die stärkere Fokussierung auf Zweiflaggenspieler, schließlich habe Bremerhaven damit Erfolg gehabt. Ich will überhaupt nicht über die anderen Aspekte in dieser Diskussion reden – ein Deutscher mit deutschem Pass ist ein Deutscher mit allen Rechten und Pflichten – egal ob arisch über 600 Generationen oder aus dem kanadischen Urwald, frisch eingebürgert – aber man darf die Augen nicht vor der Realität verschließen, dass einige Clubs verstärkt darauf setzen, Spieler im Ausland zu scouten, die bereits über einen deutschen Pass verfügen oder diesen sehr schnell bekommen können. Diese dann „billig“ verpflichten und damit die Liga aufmischen. Im letzten Jahr ist es Iserlohn gelungen, dieses Jahr haben wir die Roosters hinter uns gelassen. Auch, weil die Spieler, die in der Liga einschlagen, dann von den „Großen“ verpflichtet werden. Dafür landete mit dieser Strategie Bremerhaven vor uns. Doch ist das wirklich der Grund? Blicken wir mal auf ein paar Zahlen:

Bremerhaven hatte mit Bergman, Lampl (D) und Bast, George, Hoeffel, Mauermann, Zucker (F) sieben Spieler, die unter diese Definition fallen. Betrachten wir mal die Spieler der Pinguins und deren Scoring.

Erläuterung: Um Verletzungen und Einsatzzeiten herauszurechnen ist immer der durchschnittliche Wert an erzielten Punkte pro Spiel angegeben. Lavallee, Slaton und McPherson werden bei Bremerhaven aufgrund ihrer langen Vergangenheit in Deutschland nicht zu den originären Zweiflaggenspielern gezählt, genauso wie Trivellato in Schwenningen.

Interpretation: Ich finde die Zahlen geben keineswegs her, dass die Zweiflaggenspieler den Unterschied ausgemacht haben. In der Abwehr, da treibt Cody Lampl den Wert nach oben, dafür bleiben die übrigen deutschen Spieler und die Ausländer hinter unseren zurück, in der Summe sind wir auf exakt demselben Niveau. Im Sturm zeigt sich, dass wir sogar besser dastehen, wenn wir alle Spieler mit deutschem Pass zusammenrechnen, auch unsere deutschen Spieler aus den vorderen Reihen alleine punkten besser als die Zweiflaggenspieler der Bremerhavener. Den entscheidenden Unterschied machen hier die Ausländer raus, hier hat Bremerhaven die signifikant besseren Scorer.

Und das ist für mich der Knackpunkt: Zweiflaggenspieler muss man genauso wie andere deutsche Spieler unter der Prämisse Preis/Leistung betrachten, sie alleine haben nie und werden auch nie den Unterschied ausmachen. Bremerhaven hat schlicht und einfach bei den Kontingentspielern die Hausaufgaben besser gemacht als wir, besser gescoutet und ein besseres Netzwerk genutzt. Hätten wir mehr als einen (Acton) ausländischen Stürmer gehabt, der die 30-Punkte Marke geknackt hat – dann würden wir diese Diskussion nicht führen.

Bremerhaven kann in der Hinsicht seriöser Arbeit ein Vorbild sein, Zweiflaggenspieler dürfen auch nicht per se verteufelt werden – aber jetzt alles über den Haufen zu werfen und die Fischköppe nachzuahmen, das ist für mich der völlig falsche Weg und wäre blinder Aktionismus. Wie schon mehrfach geschrieben – bessere Ausländer, mehr Grit. Das brauchen wir und das hatte Bremerhaven uns in diesem Jahr voraus. Nichts, was man nicht ändern könnte. Nichts, was wir nicht auch selber in der Hand hätten.

Ich würde mir wünschen, dass die Diskussion um Zweiflaggenspieler zurückgefahren wird, denn es suggeriert eine einfache Lösung, eine schnelle Lösung mit dem Ergebnis, dass dann alles gut wird. Dem ist nicht so und Bremerhaven ist dazu nachweislich noch ein schlechtes Beispiel.

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Versöhnlicher Abschied und ganz viel Geduld

Mit etwas Abstand zum letzten Spieltag kann man mit Fug und Recht von einem versöhnlichen Abschluss sprechen. Durch die beiden Siege in Straubing und gegen Nürnberg hat die Mannschaft noch einmal Charakter bewiesen, die beste Platzierung und die beste Punktzahl in der jüngeren DEL-Geschichte erzielt und die Pre-Play-Offs am Ende um sechs Punkte verpasst. Sechs Punkte, die durchaus drin gewesen wäre, die man hätte holen können, die man aber am Ende eben nicht geholt hat und deshalb ist die Platzierung verdient und entspricht dem Leistungsvermögen. Verletzungspech, fehlender Grit und Abschlussqualitäten und zu wenig Biss in Do-or-Die Games – die Gründe sind bekannt. Positiv ist, dass das alles Punkte sind an denen man arbeiten kann – negativ ist, dass die zum Teil schon vor der Saison offensichtlich bennant wurden. Natürlich gab es auch positive Überraschungen, allen voran sind da El-Sayed und Strahlmeier zu nennen, die mich sehr begeistert haben. Hoffentlich können sie diesen Trend fortsetzen.

Doch das Lamentieren über die vergangene Saison hilft nix mehr, rum ist rum und Rumrich und Co. liefern uns zumindest eins: Sportliche Kontinuität. Man kann zu Rumrich und Cortina stehen wie man will und man kann angesichts der einen oder anderen Verlängerung schon die Augenbraue heben – aber man muss sie jetzt mit deren Konzept arbeiten lassen und dann können wir im Herbst neu bewerten. Die Chancen sind gar nicht so schlecht, dass man die vorhandene Basis sinnvoll nutzt.

Eins wird dabei ganz schwierig: Die laaaaaaaaaaaaange Zeit bis zur neuen Saison – fünf Monate dürfen wir jetzt warten bis die neue Eiszeit beginnt. Viel Zeit zum Diskutieren, Kritisieren, Echauffieren usw. Eine Gratwanderung, die Fans bei Laune zu halten, gleichzeitig aber nicht zu früh und zu teuer zu verpflichten. Der Kader muss jetzt nicht stehen. Der Kader muss zu Saisonbeginn stehen. Oder kurz danach. Es ist wichtig eine Basis zu haben, die haben wir – im Tor mit Strahlmeier, im Secondary Scoring mit Hult, Bartalis und Giliati, bei den deutschen Stürmern in der Breite mit El-Sayed, Danner, Kurth und Maurer, mit Acton als Top-Stürmer. Wenn wir jetzt noch einen guten zweiten deutschen Torhüter dazu kriegen und in der Abwehr neben Brückner noch einen oder zwei halten/verpflichten können – dann kann für mich ganz beruhigt der Sommer kommen.

Top-Ausländer kannst Du im Juli verpflichten, zu Ostern dann ein oder zwei Verpflichtungen von Teams, die noch in den Play-Offs gespielt haben. Es wird ruhig werden in Schwenningen, es ist Geduld gefragt, viel Geduld – aber es lohnt sich diese zu investieren. Jeden Tag ein Sau durchs Dorf zu jagen und Rumrich zu drängen doch bitte jede Woche eine neuen Top-Star zu verpflichten – das ist nicht zielführend.

Ich finde, wir standen eine Woche nach Saisonende schon deutlich schlechter da als jetzt. Mehr Sorgen als die Mannschaft macht mir das Damoklesschwert Steuerfahndung.

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ERC Hollywood Revolutions

Wenn man etwas jinxed, dann kommt es so. Hier also der dritte Beitrag in drei Tagen. Nach den sportlichen Schlagzeilen platzte dann gestern noch die Meldung über eine Untersuchung der Finanzbehörden herein. Es geht um Sponsoren, Steuern, etc.. und laut der Presse kam es auch zu Durchsuchungen.

An dieser Stelle ist für mich hier auch Ende. Während die Querelen um z.B. Schmölz lediglich ärgerlich sind, können Gerüchte über wirtschaftliche Probleme oder falsche Informationen zu finanziellen Themen die Existenz akut bedrohen. Deshalb verbieten sich Spekulationen über Hintergründe und Folgen und ich werde dies hier auch nicht tun.

Die Wild Wings haben richtig und gut reagiert, indem sie proaktiv und vor der Presse eine Stellungnahme veröffentlich haben und jetzt muss man die Behörden ihre Arbeit machen lassen. Sollte es zu Ungereimtheiten gekommen sein, dann müssen die aufgeklärt und bei Bedarf sanktioniert werden. Man kann nicht einerseits über Steuervermeidungstricks von (Groß-)konzernen und fehlende soziale Gerechtigkeit jammern und andererseits beide Augen zudrücken, nur weil es sich um den Lieblingsclub oder einen Sponsor dessen handelt. Also warten wir mal ab.

Stattdessen lohnt vielleicht ein Blick in die Zukunft. Welche Ereignisse können uns in dieser Chaoswoche noch erwarten?

Mittwoch 18:00: Aufgrund von Schmähgesängen im letzten Spiel gegen Düsseldorf verhängt die DEL eine Sperrung der Fankurve für das kommende Heimspiel.

Donnerstag 11:30: Eine baurechtliche Überprüfung der Helios Arena hat bauliche Mängel im Bereich des Daches festgestellt. Dass dort entdeckte grüne Moos wird nun von einer Fachfirma untersucht. Bis dahin darf die Halle nicht betreten werden.

Donnerstag 14:21: Jürgen Rumrich äußert in einem investigativem Interview in der Neckarquelle, dass schon seit Wochen keiner mehr mit ihm gesprochen habe.

Donnerstag 14:34: Auf der Homepage lässt Rumrich klar stellen, dass er täglich mit sich selbst spricht.

Donnerstag 19:10: Aufgrund erhöhten Alkoholbedarfs auf der Schramberger Fasnet sieht sich Fürstenberg nicht in der Lage für das letzte Saisonspiel Bier bereitzustellen. Die Bierkarten gelten gleichwertig für roten Multivitaminsaft.

Freitag 09:40: Die DEL entscheidet für die neue Saison feste Schiedsrichtergespanne den Clubs zuzuteilen. Sämtliche Spiele der Wild Wings im nächsten Jahr werden von Herrn Aumüller geleitet.

Freitag 12:40: Zur besseren Verankerung in der Doppelstadt haben die Wild Wings beschlossen in der kommenden Saison jedes zweite Heimspiel in rot-gelb anzutreten. Die Fans werden angewiesen „Let’s go Badener“ zu singen.

Freitag 17:09: Endlich…..

Ach komm, scheiß drauf! Heute ist Eishockey, heute ist Derby. Vergessen wir das ganze Chaos, schieben wir den Dreck beseite und jagen das Federvieh. Das Schwenninger Eishockey wird auch diese Woche überstehen.

 

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ERC Hollywood reloaded

Ereignisreicher Tag gestern rund um die Wild Wings, deshalb werde ich den Blog-Beitrag von gestern noch ergänzen und ein bißchen aufwischen was sich so auf dem Boden verteilt.

Spieler beschweren sich in der Presse
Gestern hatten die Spieler das Wort, konnten sich offen beschweren, dass keiner mit ihnen redet. Dazu eine Ente(?) mit der Verpflichtung von Youri Ziffzer, die von Rumrich heftig dementiert wurde. Alles in allem einige Vorwürfe und Vorgänge, die für den Verein in der jetzigen Phase sehr unschön sind und den Eindruck erweckten, dass da in Sachen Öffentlichkeitsarbeit und seriösem Arbeiten einiges im Argen liegt. Die rechte Hand weiß nicht was die linke tut und manchmal mischt sich auch der Fuß noch ein.

Rumrich feuert zurück
Die erste Reaktion von Rumrich selber kam über ein „Interview“ auf der Homepage. Ich habe absolut nichts gegen diese Art der Veröffentlichung, es ist sogar eine gute Möglichkeit wenn man seine Gedanken so nach außen trägt, aber wenn ich schon die vollständige Hoheit über die Fragen habe, dann sollte ich das noch ausnutzen und mich nicht widersprechen. Das Interview erweckt den Eindruck als hätten wir ein verwundetes Tier, das in Panik um sich schlägt. Einerseits zu fordern, dass sich alle Spieler und Angestellte der Wild Wings voll auf die kleine Play-Off Chance konzentrieren sollen und dann die Spieler öffentlich der Lüge bezichtigen. Dass man am gleichen Tag wo man diese Fokussierung einfordert und Vertragsgespräche aus diesem Grund ausschließt die Verlängerung des Co-Trainers verkündet, geschenkt.

Zweites Interview
Zusätzlich gibt Rumrich auch noch ein Interview im Südkurier, indem er zuerst gut reagiert, Bittner und Ziffzer als „interessante Spieler“ bezeichnet, aber in der jetzigen Phase keinen Kommentar zu Vertragsgesprächen abgeben will. Das ist gut, das ist richtig, so macht man das. Leider lässt er auch hier im zweiten Teil durchscheinen, dass sein Gemütszustand durch das Verhalten der Spieler irgendwo zwischen enttäuscht und beleidigt changiert.

Was bleibt
Ich weiß nicht, wer da gelogen hat, ob die Spieler, ob Rumrich oder ob die jeweiligen Agenten ihre Spieler nicht informieren – ALLE Seiten geben hier ein denkbar schlechtes Bild ab. Souverän geht anders, als Verein mit einem klares Fokus auf die letzten Saisonspiele sollte man über solchen Aussagen stehen und sich nicht auf eine öffentliche Schlammschlacht einlassen. Und wenn z.B. Trivellato wirklich gelogen hat und man mit ihm auch nicht mehr plant, dann spricht auch nichts dagegen ein Zeichen zu setzen und ihn für Mittwoch auf die Tribüne zu verbannen. Es geht – leidr – nicht um die Wahrheit, die kann sich kein Zeitungsleser erschließen, es geht im „postfaktischen Zeitalter“ um die Meinungshoheit.

Es bleibt der Eindruck, dass man in Schwenningen die Presse überhaupt nicht im Griff hat. Eine gute Pressearbeit besteht für mich aus Geben und Nehmen, hier mal eine Hintergrundinformation, da mal eine kleine News – und im Gegenzug spart sich die Presse Schmutzkampagnen oder fadenscheinige Gerüchte. Dass das hier anders läuft, das kriegt man auch in Eishockey Deutschland mit, das lesen auch potentielle Neuzugänge. Ich mache mir Sorgen.

Ich hoffe, dass alle Seiten jetzt zur Ruhe kommen und wir uns auf das wichtige Spiel morgen in Mannheim konzentrieren können. Egal ob die Play-Offs rechnerisch noch möglich sind oder nicht, bei dem Kurpfälzer Federvieh sollte jeder Wild Wing und jeder Wild Wings Fan immer und zu jeder Zeit gewinnen wollen. Und wenn nicht, dann machen wir ihnen wenigstens das Eis kaputt.

Blick aufs Sportliche – ich will morgen kein ERC Hollywood Revolutions schreiben müssen.

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ERC Hollywood

S’goht dagege und der ERC scheint sich von Tag zu Tag närrischer zu verhalten. Nicht mal sportlich, da ist alles in Butter. Man hat sich stabilisiert, die Punktequote verbessert und selbst drei Spieltage vor Saisonende eine – wenn auch kleine – rechnerische Chance auf die Play-Offs. Saisonziel erreicht, Zufriedenheit allenthalben könnte man da meinen. Doch leider ist es nicht ganz, es gibt einen Teil der Fans, die trotz erreichtem Saisonziel unzufrieden sind, die sich mehr erwartet haben, die höhere Ansprüche haben. Doch das soll hier heute nicht das Thema sein, ich bin der Meinung, dass wir ziemlich genau da stehen, wo wir von Etat, Anspruch und Wirklichkeit her hingehören.

Viel ärgerlicher dagegen sind die ganzen Nebengeräusche. Angefangen von den öffentlichen (Nicht-) Vertragsverhandlungen mit Sascha Goc, dem wochenlang und immer noch andauernden Verwirrspiel um die Verlängerung von Strahlmeier und jetzt in voller Breitseite eine Zeitung, die die Verpflichtung von Youri Ziffzer und Dominik Bittner vermeldet, was umgehend von Manager Rumrich heftig dementiert wird. Parallel beschweren sich Trivellato und Schmölz öffentlich, dass keiner mit ihnen redet und sie gerne bleiben würde und dazu kommt noch eine Alkoholfahrt von Jake Hansen – für die der Verein natürlich absolut nichts kann – garniert mit einer zeitgleichen Meldung über die Vertragsverlängerung mit Fürstenberg. Welch herrliche Ironie.

Man kann über viele dieser Einzelfälle diskutieren, einen Trivellato muss ich nicht zwingend halten, aber wenn ich öffentlich für ein Konzept von jungen deutschen Spielern werbe und dann die, die da perfekt reinpassen so vor den Kopf stoße, dann wirkt das auf die Öffentlichkeit – höflich gesagt – irritierend. Bestes Beispiel ist Schmölz: Sehr gute Entwicklung aus den hinteren Reihen zum Scorer, zweitbester deutscher Punktesammler, einer der wenigen der auch mal Härte rein bringt und beim Publikum beliebt. Genau solche Spieler sollten unseren Weg verkörpern, genau mit solchen Leuten kann man dem Publikum diesen Weg verkaufen – mit ihm jetzt nicht mal zu reden, ihn nicht mal „bei der Stange zu halten“ ist aus meinen Augen grob fahrlässig.

Schließlich sind deutsche Spieler auf dem Markt teuer, die Alternativen für uns nicht so groß gesät und gerade auf dem deutschen Sektor haben wir uns verbessert und es wäre wichtig einen Stamm an Spieler auch mal in eine neue Saison mitzunehmen. Kein alljährlicher Rebuild, bitte! Und dafür sind die Voraussetzungen eigentlich gut, mit El-Sayed, Danner, Kurth, Schmölz, evtl. Maurer hätte man einen Stamm von fünf Stürmern, die für 20 Punkte in der Saison gut sind, die auch sympathisch daherkommen und einfach nach Schwenningen passen. Und die Voraussetzungen sind auch deshalb gut, weil jeder sieht wo die Probleme liegen. Abschlussqualität und mehr Härte, bessere Ausländer – das ist es was uns in dieser Saison gefehlt hat.

Ich bin der festen Überzeugung, dass Cortina mit der letztjährigen Mannschaft und seinem vernünftigen Defensivsystem die Play-Offs erreicht hätte, wahlweise auch mit diesem diesjährigen Team plus Fleury und Pelech/Rome.

Doch irgendwie nutzen wir dieses Basis nicht aus, reißen uns mit dem Hintern wieder ein was wir mühsam aufgebaut haben. Und es ergibt noch kein klares Bild. Ist Rumrich jetzt die ärmste Sau oder schlicht unfähig oder irgendwo dazwischen? Wo sind die treibenden Kräfte? Haben wir die Presse nur absolut nicht im Griff oder arbeitet die Presse bewusst gegen uns?

Es ist schade, denn das Bild das wir abgeben, die öffentlich geführten Vertragsgespräche und eine halbe Mannschaft, die sich über die Journaille beschwert – das ist einem Proficlub nicht würdig. Den ERC Hollywood sollten wir ganz schnell wieder in die Kiste packen, Nägel mit Köpfen machen, mit den Spielern reden und dann seriös und PROAKTIV agieren – sich nicht von der Presse treiben lassen. Ein Fantalk wäre mal wieder was.

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Das Ende aller Träume

Dieses Wochenende bedeutet für das Schwenninger Eishockey in der Tat ein Ende, das Ende aller Träume. Ich schreibe bewußt nicht „Saisonziel verpasst“ oder so etwas, denn das Saisonziel „So lange wie möglich Platz 10 in Reichweite zu haben.“ haben wir mit Hängen und Würgen halbwegs erreicht, die Play-Offs – oder korrekterweise Pre-Play-Offs – sind und waren ein Traum. Und wie bei Träumen so üblich, bleiben es halt oft Träume. So auch wieder in diesem Jahr. Mit den Niederlagen gegen München und in Straubing ist es zwar mathematisch immer noch möglich, aber nicht mehr realistisch. Die Zahlenspielerei von letzter Woche nochmal aktualisiert müssten wir schon über dem Niveau von Spitzenreiter Nürnberg spielen, um das noch zu erreichen. Vergessen wir’s.

Doch kamen diese Niederlagen überraschend? Ich meine nein, denn im Laufe einer Saison gibt es etwas was selten lügt: Die Tabelle. Und auch wenn die wehtut, weil man sieht was an der Nordseeküste mit ähnlich begrenzten Mitteln in diesem Jahr gelingt, sie sagt aus, dass wir im Schnitt nur einen Punkt pro Spiel holen. Die vier Punkte am vorvergangengen Wochenende waren ein Ausreißer nach oben, das Wochenende jetzt mit 0 Punkten hat uns wieder genau auf Schnitt gebracht.

Ich glaube nicht, dass das an der Einstellung liegt, ich glaube einfach, dass es gute und schlechte Tage gibt. Jeder unserer Jungs kann tolles Eishockey spielen, jeder kann den Gegner aussteigen lassen, jeder kann genau in den Winkel schießen, das Team kann jeden in der Liga schlagen. Aber eben nicht konstant und immer. Das ist neben läuferischen und technischen Grundlagen und taktischer Flexibilität ein grundlegendes Qualitätsmerkmal. Und ich finde es falsch, dann immer auf der Mannschaft herumzuhacken, wenn einfach nicht mehr geht.

Vergleichen wir mal andere Sportarten. Ganz aktuell, Mischa Zwerev wirft in Melbourne bei den Australien Open den Weltranglistenersten Andy Murray raus. Ist er jetzt der beste Tennisspieler der Welt und muss er das nicht in jedem Spiel bringen? Nein, denn er kann dieses Niveau nicht konstant bringen. Das unterscheidet die guten von den sehr guten. Und an einem guten Tag und bei einem schlechten Tag des Gegners schlagen wir daheim eben Mannheim oder Nürnberg, aber dieses eine von zehn Spielen in denen uns das gelingt, das ist eben nur eines. Anderer Vergleich: Biathlon oder Ski Alpin. Es gibt sicher 30 oder mehr Leute, die ein Rennen gewinnen können, aber in der Konstanz kann es derzeit nur ein Fourcade. Es gibt jede Menge gute Skiläufer, denen mal ein Traumlauf aufgeht, aber diese Läufe in Serie können eben nur ein Marcel Hirscher oder eine Mikhaela Shiffrin bringen.

Deswegen ist das Erwachen aus dem Traum für mich kein böses Erwachen, sondern einfach ein Ergebnis einer rationalen Betrachtungsweise der Realität. Dieses Jahr ist eben nicht das Jahr in dem der Knopf aufgeht, dann eben nächstes Jahr. Dafür kann man jetzt die Weichen stellen und wenn man Bremerhaven ausblendet und mal die Historie von Straubing und Iserlohn in der DEL betracht, dann sind wir voll im Soll. Straubing ist mit den Plätzen 12,14,13,13,13,6 (Play-Offs) gestartet, die Roosters mit 15,12,9,12,11,11,11,5 (Play-Offs), wir stehen bei 13,14,14,??. Alle Mannschaften wollen in die Play-Offs, es gibt für uns keine Garantie und wenn wir es einmal in fünf Jahren schaffen, dann ist das für uns ein Erfolg.

Deshalb gilt es jetzt auch schon den Fokus auf die neue Saison auszurichten und dort einen neuen Anlauf zu wagen. Natürlich, Platz 11 oder 12 als beste Platzierung in der jüngeren DEL-Geschichte ist ein schönes Ziel und auch die bisher beste Punktzahl von 55 Punkten aus dem Vorjahr gilt es noch zu übertreffen – aber man sollte jetzt genau drauf achten, wer noch mitzieht und sich damit für einen weiteren Vertrag empfiehlt. Ich bin nach dieser Saison nicht so verbittert und enttäuscht wie in den vergangenen Jahren – natürlich spüre ich auch keine überbordende Freude – aber dann eben einen nächsten Anlauf im neuen Jahr. Das ist eben unsere Rolle in der DEL und die kann und muss ich akzeptieren.

Und die Fischköppe stürzen nächstes Jahr auch ab. Punkt.

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Platz 10 – eiskalt kalkuliert

Gutes Wochenende, zwei Spiele gewonnen, aufsteigende Form – sportlich hatten wir in Schwenningen schon deutlich schlechtere Zeiten. Und so schielen Fans und Team – zurecht – auf Platz 10. Ausgehend von einer kleinen Diskussion im esbgforum über die noch zu vergebenden Punkte und die mögliche Erreichbarkeit von Platz 10 habe ich kurz eine kleine Excel-Tabelle angelegt, die aus meiner Sicht die Wichtigkeit des direkten Duells am Freitag in Straubing unterstreicht. Dieses Spiel müssen wir gewinnen, das ist ein Schlüsselspiel und wenn man am Kader noch etwas tun will, dann muss dies bis Freitag geschehen. Hier zuerst die Grafik (anklicken zum Vergrößern):

Erläuterung: Platz , Teamname, Spiele und Punkte sind aus der aktuellen Tabelle übertragen. Die fünfte Spalte berechnet den bisherigen Punkteschnitt und die sechste Spalte die Endpunktzahl, wenn der bisherige Schnitt beibehalten wird. Dort sieht man, dass die Zielmarke für Platz 10 derzeit 65 Punkte sind. Die weiteren Spalten zeigen dann jeweils den Punkteschnitt, den das Team in den kommenden Spielen erzielen muss, um die Punktzahl in der Kopfzeile zu erreichen. Mathematisch nicht mögliche Zellen sind ausgeblendet. Die beiden rechten Spalten zeigen dann noch den notwendigen Schnitt für die prognostizierte Punktzahl für Platz 6 und Platz 1. Daraus lesen wir also, dass wir in den kommenden Spielen 1,81 Punkte im Schnitt pro Spiel machen müssen. Also genauso weiter wie dieses Wochenende.

Schauen wir nun das Spiel in Straubing am Freitag an, ein Team auf Augenhöhe, das derzeit Platz 10 behält. Nehmen wir zwei Szenarien: Straubing gewinnt oder wir gewinnen.

Die obere Rechnung zeigt einen möglichen Sieg der Wild Wings in Straubing. Dann würden sogar 64 Punkte reichen und wir müssten nur noch 1,62 Punkte im Schnitt erreichen. Immer noch sehr ambitioniert, aber nicht völlig unrealistisch. Verlieren wir aber das Spiel, dann braucht man 68 Punkte für Platz 10 und wir bräuchten einen Schnitt von 2,15. Besser als ihn der jetzige Tabellenführer über die ganze Saison halten kann. Sehr unrealistisch. Faktisch unmöglich.

Ich weiß, dass in der Rechnung die Unbekannten Berlin und Bremerhaven fehlen (dann wäre der Sollschnitt aber auch bei mindestens 1,95) und die Realität jede Statistik schlagen kann – aber für mich ist im Bezug auf Freitag klar: Verlieren verboten!

 

 

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