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Das Ende aller Träume

Posted by on Januar 23, 2017

Dieses Wochenende bedeutet für das Schwenninger Eishockey in der Tat ein Ende, das Ende aller Träume. Ich schreibe bewußt nicht „Saisonziel verpasst“ oder so etwas, denn das Saisonziel „So lange wie möglich Platz 10 in Reichweite zu haben.“ haben wir mit Hängen und Würgen halbwegs erreicht, die Play-Offs – oder korrekterweise Pre-Play-Offs – sind und waren ein Traum. Und wie bei Träumen so üblich, bleiben es halt oft Träume. So auch wieder in diesem Jahr. Mit den Niederlagen gegen München und in Straubing ist es zwar mathematisch immer noch möglich, aber nicht mehr realistisch. Die Zahlenspielerei von letzter Woche nochmal aktualisiert müssten wir schon über dem Niveau von Spitzenreiter Nürnberg spielen, um das noch zu erreichen. Vergessen wir’s.

Doch kamen diese Niederlagen überraschend? Ich meine nein, denn im Laufe einer Saison gibt es etwas was selten lügt: Die Tabelle. Und auch wenn die wehtut, weil man sieht was an der Nordseeküste mit ähnlich begrenzten Mitteln in diesem Jahr gelingt, sie sagt aus, dass wir im Schnitt nur einen Punkt pro Spiel holen. Die vier Punkte am vorvergangengen Wochenende waren ein Ausreißer nach oben, das Wochenende jetzt mit 0 Punkten hat uns wieder genau auf Schnitt gebracht.

Ich glaube nicht, dass das an der Einstellung liegt, ich glaube einfach, dass es gute und schlechte Tage gibt. Jeder unserer Jungs kann tolles Eishockey spielen, jeder kann den Gegner aussteigen lassen, jeder kann genau in den Winkel schießen, das Team kann jeden in der Liga schlagen. Aber eben nicht konstant und immer. Das ist neben läuferischen und technischen Grundlagen und taktischer Flexibilität ein grundlegendes Qualitätsmerkmal. Und ich finde es falsch, dann immer auf der Mannschaft herumzuhacken, wenn einfach nicht mehr geht.

Vergleichen wir mal andere Sportarten. Ganz aktuell, Mischa Zwerev wirft in Melbourne bei den Australien Open den Weltranglistenersten Andy Murray raus. Ist er jetzt der beste Tennisspieler der Welt und muss er das nicht in jedem Spiel bringen? Nein, denn er kann dieses Niveau nicht konstant bringen. Das unterscheidet die guten von den sehr guten. Und an einem guten Tag und bei einem schlechten Tag des Gegners schlagen wir daheim eben Mannheim oder Nürnberg, aber dieses eine von zehn Spielen in denen uns das gelingt, das ist eben nur eines. Anderer Vergleich: Biathlon oder Ski Alpin. Es gibt sicher 30 oder mehr Leute, die ein Rennen gewinnen können, aber in der Konstanz kann es derzeit nur ein Fourcade. Es gibt jede Menge gute Skiläufer, denen mal ein Traumlauf aufgeht, aber diese Läufe in Serie können eben nur ein Marcel Hirscher oder eine Mikhaela Shiffrin bringen.

Deswegen ist das Erwachen aus dem Traum für mich kein böses Erwachen, sondern einfach ein Ergebnis einer rationalen Betrachtungsweise der Realität. Dieses Jahr ist eben nicht das Jahr in dem der Knopf aufgeht, dann eben nächstes Jahr. Dafür kann man jetzt die Weichen stellen und wenn man Bremerhaven ausblendet und mal die Historie von Straubing und Iserlohn in der DEL betracht, dann sind wir voll im Soll. Straubing ist mit den Plätzen 12,14,13,13,13,6 (Play-Offs) gestartet, die Roosters mit 15,12,9,12,11,11,11,5 (Play-Offs), wir stehen bei 13,14,14,??. Alle Mannschaften wollen in die Play-Offs, es gibt für uns keine Garantie und wenn wir es einmal in fünf Jahren schaffen, dann ist das für uns ein Erfolg.

Deshalb gilt es jetzt auch schon den Fokus auf die neue Saison auszurichten und dort einen neuen Anlauf zu wagen. Natürlich, Platz 11 oder 12 als beste Platzierung in der jüngeren DEL-Geschichte ist ein schönes Ziel und auch die bisher beste Punktzahl von 55 Punkten aus dem Vorjahr gilt es noch zu übertreffen – aber man sollte jetzt genau drauf achten, wer noch mitzieht und sich damit für einen weiteren Vertrag empfiehlt. Ich bin nach dieser Saison nicht so verbittert und enttäuscht wie in den vergangenen Jahren – natürlich spüre ich auch keine überbordende Freude – aber dann eben einen nächsten Anlauf im neuen Jahr. Das ist eben unsere Rolle in der DEL und die kann und muss ich akzeptieren.

Und die Fischköppe stürzen nächstes Jahr auch ab. Punkt.

2 Kommentare zu Das Ende aller Träume

  1. korken

    „Ich bin nach dieser Saison nicht so verbittert und enttäuscht wie in den vergangenen Jahren – natürlich spüre ich auch keine überbordende Freude – aber dann eben einen nächsten Anlauf im neuen Jahr.“

    Da geht es mir irgendwie genau anders rum… in den 1. Jahren hielt sich meine Enttäuschung eigentlich sehr in Grenzen, weil ich irgendwie das Gefühl hatte, dass es zwar irgendwie nicht optimal und glücklich lief, aber eben auch bei optimalem Verlauf nicht viel mehr drin gewesen wäre, als Platz 12… dafür waren die PPO Teilnehmer bzw. der 11. in der Schlusstabelle einfach leistungsmäßig zu weit weg von uns.
    In dieser Saison ist das gefühlt nicht mehr der Fall. Es sind nicht nur 2 „völlig blinde“ Mannschaften, sondern eher 6, wovon 2 in die PPO kommen müssen/werden. Und von denen dann soweit entfernt zu sein, empfinde ich als wesentlich bitterer, als die „klare“ Chancenlosigkeit in den Jahren davor.

  2. Beatbus

    Tja, was soll man sagen (und denken) …
    Müssen wir nach dem letzten Wochenende neu rechnen? Träumen wieder erlaubt?

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