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Aus drei mach eins

Posted by on Februar 2, 2016

Es läuft doch wieder. Ich habe ganz großen Respekt davor, dass de Raaf und sein Team die Jungs nach dem mentalen Tief vor drei Wochen wieder so aufgerichtet hat. Das letzte Häuflein Aufrechte hat in Iserlohn eine Leistung gezeigt, die prototypisch für das ist, was man in Schwenningen so liebt. Werfen wir trotzdem mal einen Blick auf die neue Saison. In diesem Beitrag möchte ich mich mit dem Thema ausländischer Verteidiger beschäftigen.

Derzeit haben wir davon drei: Hannu Pikkarainen, Matt Pelech, Jiri Hunkes. Zwischen den Zeilen ist zu lesen, dass man bei allen dreien nicht abgeneigt ist sie zu behalten, allerdings auch nicht alle drei in Summe. Gehen wir dann noch davon aus, dass wie die Vergangenheit lehrt, auch nicht alle Spieler überhaupt bleiben wollen, dann finde ich die Prognose nicht gewagt, dass man am Ende einen, maximal zwei, der drei behält. Schließlich muss man sich ja auch verbessern können und die Gegentorquote hat noch deutlich Luft nach oben. Doch welchen der drei?

Schauen wir zuerst mal auf die Zahlen: Da zeigen sich deutliche Unterschiede. Hannu Pikkarainen ist mit 24 Punkte unser punktbester Verteidiger und mit +3 in der +/- Wertung sogar Team-Leader. Für einen Offensiv-Verteidiger, jemand der qua definition das eigene Tor nur vom Einschwören vor dem Spiel kennt, ist das ein überragender Wert. Pelech dagegen, als Mann fürs Grobe, ist in dieser Wertung mit -15 ganz unten in der Teamliste angesiedelt. 16 Punkte, davon überragende 7 Tore sind ein ordentlicher Wert. Hunkes ist in den Zahlen so unauffällig wie er meistens auch spielt. 13 Punkte, -2 – das ist alles solide. Insgesamt sind die Zahlen ordentlich.

Doch Zahlen sind nicht alles: Zuerst sollte man berücksichtigen, dass sich viele Spieler im ersten Jahr schwer tun und im zweiten Jahr oft bessere Werte einfahren. Dies spricht für alle drei. Also alles für Pikkarainen? Ja. Definitiv. Denn er überzeugt nicht nur in den Zahlen, sondern ist auch technisch und läuferisch eine Augenweide. Selten so einen eleganten Verteidiger in Schwenningen gesehen. Leider neigt er wie viele seiner Art bisweilen zum Bruder Leichtfuß, mancher Pass quer durchs eigene Drittel auf die Kelle des Gegners bestärkt Helmut de Raaf darin eine Glatze zu tragen. Man spart sich die grauen Haare. Doch er hat diese Fehler im Laufe der Saison reduzieren können, es ist zu erwarten, dass er das im nächsten Jahr noch besser schafft. Deshalb bin ich ohne die beiden anderen näher betrachtet dafür, dass man Pikkarainen hält. Sofern er will, sofern man es finanziell kann und sofern er nicht von der zahlungskräftigen Konkurrenz abgeworben wird.

Da das leider nicht ganz unwahrscheinlich ist, werfen wir mal einen Blick auf Mr. Unauffällig: Jiri Hunkes. Unauffällig ist für Verteidiger ein Kompliment, denn wenn sie nicht auffallen, dann machen sie auch wenig Fehler. Und so ist Hunkes, ein solider Arbeiter, ein Indianer im Dienst der Mannschaft, der seinen Job macht. Technisch und läuferisch ebenfalls gut ausgebildet gibt es wenig bis nichts an ihm zu kritisieren. Aber auch wenig bis nichts was einen nachhaltig begeistert. Irgendwas fehlt da, irgendwie fehlt mir immer etwas das Feuer, etwas die Bindung zum Team. Keine Ahnung, ob es daran liegt, dass er als einziger Tscheche etwas isoliert ist – ich bin mir nicht sicher, ob er noch mehr bringen kann. Als Fazit: Mit Hunkes macht man nichts falsch, Hunkes lässt einen ruhig schlafen, aber Hunkes macht nicht den Unterschied aus. Kriegt man Pikkarainen nicht und Hunkes zu einem fairen Preis, dann sollte man den Deal machen und sich einen neuen Top-Verteidiger daneben suchen. Klappt es mit Hunkes nicht, dann geht die Welt auch nicht unter.

Und zum Schluss noch der wohl polarisierenste Spieler in der Mannschaft (neben #62). Matt Pelech, als Rauhbein geholt und mit ausgestreckter Zunge im Vorbereitungskampf gleich zum Fanliebling geworden, ist er gerade in der ersten Saisonhälfte auch spielerisch wichtig geworden. Er kann auch treffen und hat Freude an der schmerzhaften Position im Überzahlspiel im Slot zu stehen und die Sicht zu nehmen. Doch leider ist das nur die eine Seite der Medaille, denn defensiv lässt er gerne mal seinen Gegenspieler laufen und fällt mit übertrieben dummen Strafen auf. Irgendwo zwischen Genie und Wahnsinn, ein wenig ein Typ wie Sana Hassan. Über den sagte ein schweizer Eishockeyexperte mal: „Wenn Du ihm vor jeden Wechsel einen über den Helm ziehst, dann ist er absolut tauglich für die Liga.“ Ich habe den Eindruck, Pelechs Problem ist, dass ihm sein Ruf vorauseilt und er in der Liga keinen Gegner findet, niemand will mit ihm zum Tanz antreten. Um seine überschüssigen Energien loszuwerden, sucht er sich dann irgendwelche Opfer, wütet ein wenig und geht dann leider zurecht alleine auf die Strafbank. Natürlich braucht ein Team auch so einen Tough Guy, aber gleichzeitig schadet er mit unüberlegten Aktionen auch dem Team. Das gegeneinander abzuwägen ist eine schwierige Aufgabe, ich bin mir da unschlüssig. Sollte man ihn zu einem fairen Preis bekommen, dann ja. Nach dem Motto „Brot und Spiele“ kann man auch für etwas Unterhaltung im Tabellenkeller sorgen. Als Nummer 1 Verteidiger taugt er keinesfalls. Und nicht um jeden Preis.

Und was sagt uns das jetzt: Pikkarainen, Pikkarainen, Pikkarainen! Investiert alle Energie in die Verlängerung seines Vertrages. Im Sinne einer Kontinuität sollen und wollen wir nicht alle ausländischen Verteidiger austauschen. Bei Pikkarainen weiß man was man hat und man hat noch Luft nach oben. Hunkes und Pelech sind wesentlich besser ersetzbar.

Wen würdet Ihr behalten?

3 Kommentare zu Aus drei mach eins

  1. Pavlasek Peter

    auf jeden Fall die 48 —seit Monaten habe ich keine andere Meinung dazu

  2. Schradin

    Gute Analyse. Denke auch, dass Pikkarainen die erste Wahl sein sollte, der ist noch am „komplettesten“ von allen dreien..
    Hunkes würde ich allerdings jetzt nicht so beschränkt in seinen Fähigkeiten zur Weiterentwicklung und besseren Anpassung sehen (in die DEL kommen bedeutet ja nicht unbedingt, dass damit alles ausgereizt ist), aber auch er dürfte eher noch mit einem Plus ersetzbar sein. Mit Hunke hätte man halt auch nochmal jemand weiteres zuverlässiges, der in einem eingespielten Team seine Rolle übernimmt, der Faktor sollte nicht unterschätzt werden.
    Pelech ist leistungsmäßig nach seiner Rückenverletzung ziemlich abgefallen (was meinesachtens eben mit selbiger zusammenhängt, da spielt man anders, wenn im Hinterkopf die Furcht vor erneuter Verletzung mitläuft). Im Grunde halte ich ihn aber durchaus für einen intelligenten Spieler, der sich aber noch stärker in die Mannschaftsrolle einpassen müsste; ob das klappen kann, weiß ich nicht. Wenn man aber weiterhin einen „Tough Guy“ im Team habe will, der auch noch ordentlich Eishockey spielen kann, wäre er nicht die schlechteste Wahl; dass er da mal ab und an aus der Rolle fällt, ist für einen „Tough Guy“ eigentlich ganz normal.

  3. Das purpurne Tentakel

    Mach mal einer das Licht aus, hier kann zu.

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