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The day after the day after the „Derbysieg“

Posted by on Oktober 14, 2014

Der Blick in den Spiegel, der Rückgriff auf einen denkwürdigen Sonntag und ein breites Grinsen lässt sich nicht aufhalten. Gemeinsam haben wir eine dieser magischen Spiele im Bauchberg zu Schwenningen erlebt. Wie in früheren Jahren häufiger – so erzählen es zumindest die Älteren, die am Sonntag mit Tränen in den Augen im Stadion standen – und in der zweiten Liga nur ganz, ganz selten. Das legendäre 6. Spiel gegen die Steelers mit dem Ausgleich kurz vor Schluß fällt mir da ein, aber das ist auch schon Jahre her. Und jetzt eben das grandiose 5:2 gegen den übermächtigen Tabellenführer aus der Kurpfalz. Es ist einer der seltenen Momente, in dem sich Glück und Freude greifbar manifestieren und den man gerne für immer festhalten möchte. Was man aber nicht kann, denn genauso wie es nach Niederlagen irgendwie weitergeht, muss es auch nach grandiosen Siegen irgendwie weitergehen. Der Derbysieg ist Balsam auf die Seele der Fans, aber er hat Auswirkungen und die Saison wird nicht bereits Mitte Oktober beendet.

Zum Spiel selber kann man sich an die Kommentatoren von ServusTV halten, die eine hervorragende Übertragung abgeliefert und mehrfach die Stimmung und den Standort Schwenningen gelobt haben. Schwenningen war effektiv und diszipliniert, taktisch und kämpferisch sehr gut eingestellt, für die Adler ein maximal ungemütlicher Gegner zu sein. Vier Mann in der neutralen Zone und am Ende den Bus vor dem eigenen Tor geparkt, dazu ein glänzend aufgelegter Pätzold und eine gnadenlose Effektivität im Sturm, angeführt von Dan Hattricker, Mr. Schwenningen, unserer Nummer #20. Zusammen mit einigen Fehlern und Nachlässigkeiten der Adler ergab es dann diese Blaupause für Underdog-Siege gegen Favoriten. Die Nachwirkungen und Bewertungen in den sozialen Medien hat Kollege farinho bereits abgefrühstückt.

Bleiben wir mit etwas Abstand bei den längerfristigen Auswirkungen: Drohte die Stimmung nach drei Niederlagen am Stück schon wieder zu kippen, so hat es sich jetzt – bis auf einige Unentwegte, die auch nach solch einem Spiel sich noch das Meckern zur Lebensaufgabe gemacht haben – doch etwas beruhigt. Und das ist genau das was wir aus diesem Spiel mitnehmen sollten: Ruhe. Ja. RUHE. Auch wenn es in Schwenningen keine jahrtausendealte Tradition hat einer Sache Zeit und Ruhe zu geben.

Aber das Spiel gegen Mannheim war der endgültige Beweis: Die Mannschaft kann, die Mannschaft kämpft, die Mannschaft will und mag auch nicht alles rosarot sein – bei grundlegenden Dissonanzen zwischen Team und Trainer ist ein solche Leistung unmöglich. Trotzdem werden wir auch wieder Spiele verlieren, auch Spiele hintereinander verlieren – aber dafür genauso auch Spiele gewinnen und auch Spiele hintereinander gewinnen. Wir können nicht konstant 3/4 aller Spiele gewinnen, aber wir werden auch nicht konstant alles verlieren. Unser Level ist eben so, dass vieles passen muss und wir am oberen Limit spielen müssen, um unsere Spiel zu gewinnen. Da wir aber nicht immer am oberen Limit spielen können, denn sonst wäre es ja nicht über dem Durchschnitt, sondern der Durchschnitt, wird es eben auch zu Niederlagen kommen, die auf den ersten Blick unnötig oder vermeidbar erscheinen.

Doch sollte dies niemals dazu führen, die Mannschaft und die sportliche Leitung grundsätzlich in Frage zu stellen. Denn aus welchem Holz sie geschnitzt sind, das haben sie am Sonntag bewiesen.

Der Erfolg einer Saison bemisst sich am Endergebnis, nicht an einzelnen Momentaufnahmen und Serien. Never too high – never too low. Das wissen wir ja bereits. Stefan Mair ist nicht perfekt, Stefan Mair ist vielleicht nicht der beste Trainer für uns, aber er hat eine Idee, einen Plan, ein Konzept und er arbeitet mit viel Herzblut daran es mit der Mannschaft umzusetzen. Und die Mannschaft zieht mit. Er wird auch Fehlentscheidungen treffen, er wird Reihen bilden, die nicht passen, er wird auch beim Coaching mal danebengreifen. Doch auch eine zu spät genommene Auszeit oder ein verpasster Torhüterwechsel sind kein Grund gleich alles in Frage zu stellen. Stehen wir ihm auch in Zukunft Fehler zu, genauso wie wir es zum Beispiel einem Dan Hacker, anderen Spielern oder auch uns selber im täglichen Leben tun. Nur wer was schafft, kann überhaupt erst scheitern.

Kriegen wir alle das gemeinsam hin und nehmen aus dem tollen Spiel die Gelassenheit mit in die nächsten Woche, dann haben wir neben einer kurzfristig geilen auch noch eine langfristig positive Wirkung. Und wenn wir es dann noch schaffen, nach so einem Sieg nur noch das Team zu feiern und sich nicht mehr am Gegner übertrieben abzuarbeiten, dann bin ich richtig glücklich. Und wenn dann doch jemand nach den nächsten zwei Niederlagen schon wieder unterschwellig den Trainerkopf fordert, dem sei ein intensiver Blick nach Köln angeraten.

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