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Kooperationsgebot

Posted by on Juni 20, 2014

Für die neue Saison muss jedes Team der DEL einen Kooperationsvertrag mit einem DEL2-Team eingehen und eine gewisse Menge an Förderlizenzspielern doppelt lizenzieren, damit diese jungen Nachwuchsleute gegenseitig ausgetauscht werden können. Prinzipiell eine gute Sache, auch wenn damit der Abstand zum klassichen „Farmteam“-System wieder ein Stück weit verringert wird. Wie das in der Praxis gelebt wird, das kann nur die Zeit zeigen – es gibt bestimmt Standorte wo diese Kooperation aus nicht mehr als einem bedruckten Blatt Papier mit warmen Worten besteht und real kaum ein junger Spieler davon profitiert. Leider sehe ich die Gefahr auch bei uns.



Die Wild Wings haben sich relativ früh festgelegt und eine Kooperation mit den Wölfen Freiburg festgezurrt. Trotz der früheren Rivalität wurde das in Fankreise ziemlich geräuschlos aufgenommen, denn beide Clubs trennen derzeit Welten und eine echte Konkurrenzsituation ist nicht gegeben, ein Derby und Wettkampfbedingungen rückt in weite Ferne. Problem bei der ganzen Sache ist nur, dass sich die Wölfe sportlich nur für Liga 3 qualifiziert haben und mehr oder weniger offen auf eine Lizenzverweigerung für die Kassel Huskies gehofft haben. Gezockt und verzockt – so wie es im Moment ausschaut. Relativ viele Indizien sprechen dafür, dass die Huskies nächstes Jahr Liga 2 spielen und auch die Kaderplanungen der Täler deuten daraufhin, dass man sich mit der Oberliga abgefunden hat. Für die Wild Wings bedeutet das nicht, dass die Kooperation vom Tisch ist. Diese macht auch ohne den Segen der DEL Sinn durch die räumliche Nähe und die gute Nachwuchsarbeit an beiden Standorten.

Es bedeutet aber vor allem, dass man noch einen weiteren Kooperationspartner aus der DEL 2 benötigt. Und da ist man jetzt spät dran. In Bayern haben sich die Clubs schon munter miteinander gepaart und bei einem Blick auf die Deutschland-Karte bleiben noch Kassel, Riessersee, Crimmitschau und Bietigheim übrig, die irgendwie mit Wolfsburg, Köln,Iserlohn und uns Partnerschaften eingehen müssen. Zwei Standorte möchte ich direkt ausschließen: 1. Kassel. Wenn sich unsere auf Seriösität bedachten Geschäftsführer mit den nordhessischen Finanzhallodris einlassen, dann verstehe ich die Welt nicht mehr. Zudem ist Kassel deutschlandweit bei den Fans so unten durch, die Akzeptanz einer Kooperation wäre bei allen vier Kandidaten bei den Huskies am allerschlechtesten. Auch Riessersee fällt für mich weg. Außer dem legendären Butzi Mayr verbindet uns nichts mit den Puckjägern von der Zugspitze und auch hier passt die menschliche Komponente absolut nicht. Ralph Bader – dem starken Mann in Garmisch – traue ich keine Schlägerlänge weit über den Weg, zudem hat er damals zu ESBG Zeiten klar gegen Alex Jäger gearbeitet und ob die beiden das so einfach verwinden darf doch arg bezweifelt werden.

Bleiben also noch zwei Standorte für die nähere Betrachtung:

Crimmitschau: Mit den Eispiraten hat man traditionell ein freundschaftliches Verhältnis. Auch wenn die Fanfreundschaft naturgemäß wieder etwas eingeschlafen ist, bleiben die ganzen Sonderzüge nicht unvergessen und allgemein hört man auch auf Management-Ebene selten ein böses Wort aus Crimmitschau. Kimmel hat man dort auch schon gut untergebracht. Dort sind Eishockey-Traditionalisten mit viel Herzblut am Werk, in vielen Punkten sind sie uns sehr ähnlich. Nur eben im sportlichen Erfolg nicht. Und da sehe ich das größere Problem. Der Unterschied zwischen einem ambitionierten Oberligateam wie Freiburg und einem Kellerkind der DEL 2 ist nicht so groß, dass es einen Unterschied macht, ob ich einen jungen Spieler da oder dort seine Erfahrungen sammeln kann. Hinzu kommt die räumliche Entfernung, die doch mehr als kurzer Stadtverkehr ist. Ich würde hier mehr eine pro-forma Kooperation erwarten und falls es interessante Spieler gibt, dann würden die Wild Wings die vermutlich eher im Tal parken.

Bietigheim: Hier passt genau das was bei Crimmitschau fehlt – die sportliche Komponente. In einem Spitzenteam der DEL 2 würden die jungen Spieler ganz anders gefordert als im Keller und auch der Schritt in die DEL, der Unterschied zur höchsten Spielklasse ist von Bietigheim aus deutlich kleiner. Sportlich – und natürlich auch räumlich – würde diese Kooperation auf jeden Fall Sinn machen. Schwenningen (DEL) => Bietigheim (DEL2) => Freiburg (Oberliga) => Wild Wings Future (DNL) wäre eine perfekte Organisation um jungen Spielern langfristig den Weg nach oben zu ebnen. Alles nah beieinander, mit nur einer Tankfüllung kann man alle Kooperationspartner abfahren. Doch bei Bietigheim liegt das Problem auch woanders: Ich bin mir nicht sicher inwiefern man die unschönen Reibereien rund um das DEL-Finale verarbeitet hat. Da war das Handgemenge im VIP-Raum, manch unschöne über die Presse ausgetragene Aversion und besonders auf Bietigheimer Fanseite immer noch das Gefühl, dass wir die ihnen zustehende DEL-Lizenz gestohlen haben. Ich kann das nachvollziehen, aber ich sehe hier eine Chance, dass die Verantwortlichen bei uns und in Bietigheim einfach mindestens zwei Level professioneller sind als z.B. in Garmisch und dann auch entsprechend professionell mit solchen Nebengeräuschen umgehen können. Für die Fans wird es schwieriger, aber auch da gilt: Eine geschäftliche Kooperation bedeutet ja nicht, dass man gleich zu besten Freunden mutiert. Eine herzliche Abneigung empfinde ich überhaupt nicht als störend.

Deswegen mein Plädoyer ganz klar für Bietigheim – und wenn das nicht möglich sein sollte Crimmitschau.

2 Kommentare zu Kooperationsgebot

  1. Hockey_Joe

    Hier steht, dass WOB mit Crimmitschau kooperiert: http://www.eishockey-magazin.de/jimmy-hertel-und-leon-arnolds-komplettieren-torhueterquartett/archives/41060 . Zitat: „Am Freitag, 15. August, gastiert der EHC bei seinem Kooperationspartner der DEL2, dem ETC Crimmitschau. “

    Wenn wir nicht mit den Finanzjongleuren aus Kassel wollen und der Zorn in BiBi noch nicht verraucht sein sollte, läuft’s auf GAP raus.

  2. Pingback: Blick zurück und kurzes Update (1) | Der schwarze Schwan

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